Blaeu, Joan: MAGNI MOGOLIS IMPERIUM (1662)

 

Original Kupferstich von Joan Blaeu aus dem Jahre 1662.

Zur Datierung vgl. Keuning Nr. 265. Die Karte erschien erstmals im Jahre 1640 im Blaeu-Atlas.

Die Karte zeigt das zu Beginn des 16. Jahrhunderts gegründete Reich des Großmoguls. Es erstreckte sich vom heutigen Afghanistan über Pakistan, das nördliche und mittlere Indien bis nach Dacca in Bangladesch. Vor allem die englischen und niederländischen Handelskompanien hatten viel Interesse an diesem Reich.

Die Informationen auf der Karte stammen von einer Karte William Baffins aus dem Jahr 1618. Baffin entnahm seine Kenntnisse den Berichten von Sir Thomas Roe, der 1615 eine Delegation von König James I. von England zum Großmogul Jahangir leitete. (van der Krogt)

Aus dem Detailreichtum der Karte ist erkennbar, dass die Europäer bereits im 17. Jahrhundert über das Land wohlinformiert waren. Die deutlich erkennbaren Handelswege entlang der Städte wie auch die Segelschiffe im Arabischen Meer und im Golf von Bengalen machen die Bedeutung des Landes für den Handel mit Europa deutlich.

Titelkartusche oben links "MAGNI MOGOLIS IMPERIUM"; Kartusche mit Widmung für Johannes Huydekoper unten links, Meilenanzeiger oben rechts (Milliaria Germanica communia).

Vgl.
Van der Krogt, Peter (Hrsg.): Atlas Maior, Taschen, Köln 2005, ISBN 3-822-83125-5 – (Nachdruck eines Originalexemplars der Österreichischen Nationalbibliothek, Wien. S. 508 - 509 und 510 (Detail)
Johannes Keuning, Blaeu's „Atlas“; In: Imago Mundi, Vol. 14. (1959), pp. 74-89; siehe S. 83 Nr. 265

Einen nahezu vollständigen Band I des Atlas Maior (1662) "Europa-Germania-Germania Inferior" von Joan Blaeu findet man online bei der Bibliothek der University of California, Los Angeles (UCLA) im JPG-Format (150 dpi) http://www.library.ucla.edu/yrl/reference/maps/blaeu/index.htm#

 

Angaben zur Landkarte im Überblick:

Verleger / Kupferstecher: Blaeu, Joan

Maßstab : [Ca. 1:6.900.000]

Erschienen: [Amsterdam] : [Joan Blaeu], [1662]

Anmerkungen : Original Kupferstich

Größe der Abbildung : 50 x 40,2 cm

Größe des Blattes: 54,5 x 45 cm

Zustand : sehr gut

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Vergrößerung - Rückseite - Darstellung in höherer Auflösung

Angaben zum Kupferstecher / Verleger:

Willem Janszoon Blaeu (* 1571 in Alkmaar, Niederlande; † 1638 in Amsterdam; auch: Willem Jansz, Guilielmus Janssonius, Willems Jans Zoon, Guilielmus oder G. Blaeu) war ein niederländischer Kartograph.

Blaeu wurde 1571 in Alkmaar geboren. Von 1594 bis 1596 lernte er die Astronomie und Kartographie bei Tycho Brahe. 1600 entdeckte er den veränderlichen Stern P Cygni. Um 1603 ließ er sich in Amsterdam nieder, wo er anfing, Erdgloben anzufertigen. Schon bald stellte er auch Land- und Seekarten her, darunter 1605 eine Weltkarte. Im Jahr 1633 ernannte ihn die Niederländische Ostindien-Kompanie (VOC) zu ihrem offiziellen Kartographen. Er starb 1638 in Amsterdam.

Sein Sohn Joan Blaeu (1596–1673) setzte seinen Betrieb fort. Sein 1662 erstmalig erschienener elfbändiger Atlas Maior gehörte zu den aufwendigsten und teuersten europäischen Kartenwerken des 17. Jahrhunderts.

Nach der Vernichtung der Werkstatt im Amsterdamer Brand von 1672 und dem Tode Joan Blaeus im darauffolgenden Jahr wurde der von Willem Blaeu gegründete Verlag 1698 schließlich aufgelöst.

Willem Janszoon Blaeu ist nicht mit dem holländischen Seefahrer Willem Janszoon zu verwechseln, der zur selben Zeit lebte.

(Wikipedia)

Angaben zum Kupferstecher / Verleger:

William Baffin (* 1584; † 23. Januar 1622 bei Hormuz/Persischer Golf) war ein englischer Seefahrer und Entdecker.

Baffin war der erste, der die geographische Länge durch Monddistanzen zu bestimmen versuchte. Der Rechenfehler war damals jedoch erheblich: mehr als zwei Meridiane.

Baffin nahm als Steuermann unter John Hall (1612) an einer Expedition zur Auffindung der Nordwestpassage teil. Bei dieser Expedition wurde Hall in Kämpfen mit Eingeborenen auf Grönland getötet. In der Folgezeit war Baffin als Walfänger vor Spitzbergen im Auftrag der "Moskowitischen Compagnie" tätig.

1615 und 1616 begleitete er Robert Bylot auf mehreren Reisen zur Entdeckung der Nordwestpassage an Bord der Discovery. Dabei wurde die Hudsonstraße gründlich erforscht.

Später drang Baffin durch die Davisstraße und gelangte hier 1616 bis zum Smithsund 77°30' nördl. Breite vor. Die dabei entdeckte Bucht wird heute ihm zu Ehren Baffin Bay genannt.

Ebenso ist nach ihm die Insel Baffin Island benannt.

Später trat Baffin in die Dienste der Ostindische Kompanie ein und ging 1617 nach Indien. Dort vermaß er die südlichen Küsten des Roten Meeres und den Persischen Golf.

Er fand vor Hormuz den Tod, als ihn eine Kanonenkugel traf.

(Wikipedia)