Ortelius : Franciae Orientalis (Vulgo Franckenlant); Monasteriensis Et Osnaburgensis Episcopatus (1573)

 

Original Kupferstich aus dem "Theatrum Orbis Terrarum" von Abraham Ortelius aus dem Jahre 1573.

Zur Datierung vgl. Marcel van den Broecke Nr. 100 a,b 1573L30 - lateinische Ausgabe.

Das Blatt in herrlichem Altkolorit zeigt Franken und die beiden Bistümer Münster und Osnabrück.

Die Frankenkarte mit kleiner ausgemalter Rollwerkskartusche stammt von Sebastian Rotenhan. Die Karte zeigt das Gebiet zwischen Kulmbach, Rothenburg ob der Tauber, Frankfurt und Schmalkalden. Der Kartenmittelpunkt bei Schweinfurt. Unten rechts Titelleiste "Franciae Orientalis (Vulgo Franckenlant) Descriptio / Auctore Sebast. A Rotenhan". Ostorientierte Karte.
Maßstab in graph. Form (scala miliarium).

Die Münsterkarte mit prächtiger, ausgemalter Rollwerkskartusche "Monasteriensis Et Osnaburgensis Episcopatus Descriptio / Auctore Godefrido Mascop" und Windrose stammt von Godfried Maschop. Älteste gedruckte Karte der Bistümer Münster und Osnabrück mit Tecklenburg und Ravensberg begrenzt durch Oldenburg, Diepholz, Lippstadt, Werne, Bocholt und Meppen.
Maßstab in graph. Form (Magna Communia Parua milliaria ).

Mit Erläuterungen auf der Rückseite: lateinischer Text.

Vgl.
Marcel van den Broecke Nr. 100 a,b 1573L30 . Von diesem Blatt wurden nur 75 Exemplare gefertigt!
MEURER, PETER H., Fontes cartographici Orteliani, das Theatrum orbis terrarum von Abraham Ortelius und seine Kartenquellen. Zugl.: Berlin, Freie Univ., Diss. Weinheim 1991.
Brod, Walter M.: Sebastian von Rotenhan, the Founder of Franconian Cartography; And a Contemporary of Nicholas Copernicus; In: Imago Mundi, Vol. 27. (1975), pp. 9-12.

Die vollständige Erstausgabe (1570) des Theatrum Orbis Terrarum von Abraham Ortelius findet man bei der Library of Congress (Washington  D.C.)
http://lcweb2.loc.gov/ammem/gmdhtml/gnrlort.html

 

Angaben zur Landkarte im Überblick:

Verleger / Kupferstecher: Ortelius, Abraham; Rotenhan, Sebastian von *1478-1534* ; Koler, Johann (Franken)
Ortelius, Abraham; Maschop, Gottfried (Osnabrück)

Maßstab : [Ca. 1:660.000] (Franken)
[Ca. 1:490.000] (Osnabrück)

Erschienen: [Nürnberg] : [Johann Koler], [1573] (Franken)
[Antwerpen] : Christoval Plantino, [1573] (Osnabrück)

Anmerkungen : Original Kupferstich

Größe der Abbildung : 1 Kt. : Kupferst. ; 25 x 36 cm (Franken)
1 Kt. : Kupferst. ; 25 x 36 cm (Münster und Osnabrück)

Größe des Blattes: 56 x 45 cm

Zustand : sehr gut

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Vergrößerung - Rückseite - Darstellung in höherer Auflösung

Angaben zum Kupferstecher / Verleger:

Abraham Ortelius - 1528-1598

Abraham Ortel, besser unter dem Namen Abraham Ortelius bekannt, veröffentlichte den ersten Weltatlas, den Theatrum Orbis Terrarum. Er war ein riesiger Erfolg.

Abraham Ortelius wurde in Antwerpen geboren. Ortelius war die lateinische Version seines richtigen Namens Ortel. Ortelius, beziehungsweise Ortel hatte Griechisch, Latein und Mathematik studiert. In Antwerpen etablierte er sich bald als Buchhändler und Kartograph. Sein grosser Erfolg wurde der Theatrum Orbis Terrarum. Dies war vermutlich die erste Sammlung von Landkarten in Buchform - 20 Jahre bevor Mercator seinen Weltatlas herausgab. Im Jahr 1570, als die erste Ausgabe von Theatrum Orbis Terrarum erschien, war das Wort Atlas noch nicht in Gebrauch. Der Grafiker für den Atlas war übrigens Frans Hogenberg.
Der Theatrum Orbis Terrarum war so erfolgreich, dass er allein im ersten Jahr des Erscheinens 4 mal neu aufgelegt werden musste. Insgesamt wurde der Atlas zwischen 1570 und 1612 in 42 Ausgaben und in 7 Sprachen veröffentlicht - Latein, deutsch, höllandisch, französisch, spanisch, englisch und italienisch. Ein enormer Erfolg für einen Kartographen des 16. Jahrhunderts ! Abraham Ortelius war auch der erste, der die Referenzen für seine Landkarten angab indem er den Kartographen erwähnte. Das Verlegen von Landkarten war damals im grossen und ganzen ein dreistes gegenseitiges Kopieren.

Die späteren Ausgaben nach 1598 wurden von Jan Baptiste Vrients verlegt. Er hatte die Rechte nach dem Tod von Abraham Ortelius von dessen Erben erworben.

 

Angaben zum Kupferstecher / Verleger:

Sebastian Rotenhan ( * um 1478 in Rentweinsdorf (Unterfranken) ; + 1534 in Rentweinsdorf ) ; Ritter und Humanist

Aus Rotenhans Jugend wissen wir, daß er 1493 die Universität Erfurt und 1496 Ingolstadt besuchte. Von 1498-1502 studierte er in Bologna Rechtswissenschaft und erwarb den Doktorgrad.

Nach ausgedehnten Reisen, die ihn bis in den Orient führten, war er für den Kardinalerzbischof Albrecht von Mainz beschäftigt. Er war mit Ulrich von Hütten verwandt. Die Beschreibung seiner Reisen hat sich nicht auffinden lassen. Bekannt ist aber, daß er eine kleine Schrift über die geographischen Namen Deutschlands schuf und 1520 die erste, leider auch verschollene Karte seiner Heimat zeichnete, »Das Francken Landt«, die Peter Apian 1533 in Holzschnitt herausgab. Sie zeigt Mittag (Süden) am oberen Kartenrand. Rotenhan stellte die Karte auch Sebastian Münster für dessen Werke zur Verfügung. Ortelius nahm sie gleich zu Anfang (1570) in sein »Theatrum« auf und manche anderen Kartographen, z. B. Quad, kopierten sie.

(HansHarms)