Ortelius : Thietmarsiae; Oldenburg Comit. (1609)

 

Original Kupferstich aus dem "Theatrum Orbis Terrarum" von Abraham Ortelius aus dem Jahre 1609.

Zur Datierung vgl. Marcel van den Broecke Nr. 90, A und B / 1609/1612L57 - lateinische Ausgabe.

Das Blatt in herrlichem Altkolorit zeigt die Grafschaft Oldenburg und Dithmarschen. Zwei Karten auf einem Blatt.

Dithmarschen
Es handelt sich um eine der ältesten Karten Nordelbingens, sie stammt von Peter Boeckel.

Im Mittelpunkt der Karte liegt Meldorf. Im Süden ist die Elbemündung mit einem Meeresungeheuer zu sehen. Die braun kolorierten Flächen sind die charakteristischen Randmoore zwischen der waldreichen Geest und der waldlosen Marsch. Das Kirchspiel Büsum ist noch Insel. Besonders dort, wo das Meeresungeheuer sich herumtreibt, hat man in der Folgezeit viel Neuland gewonnen.

Renaissance-Titelkartusche "Thietmarsiae, Holsaticae Regionis Partis Typus / Auctore Petro Boeckel" unten rechts, Maßstabskartusche oben rechts (Miliare Thietm.).

Oldenburg
Diese Landkarte von Laurentius Michaelis (gest. 1584), dem Sekretär des Fräulein Maria von Jever (1500-75), gilt als die älteste gedruckte Karte der Grafschaft Oldenburg. Die Karte ist von einer schönen, gestochenen Bordüre umgeben.

Titelkartusche oben Mitte "Oldenburg Comit.", Maßstabskartusche (Mill. parva, mediocria, et parua) unten links. Hinweis auf den Kartografen "Laurentius Michaelis describ."

Erläuterungen auf der Rückseite "Thietmarsia. Oldenburgum" mit hübschem Initial "M".

Vgl.
Marcel van den Broecke Nr. 90, A und B / 1609/1612L57 - lateinische Ausgabe. Von diesem Blatt wurden nur 300 Exemplare gefertigt!
MEURER, PETER H., Fontes cartographici Orteliani, das Theatrum orbis terrarum von Abraham Ortelius und seine Kartenquellen. Zugl.: Berlin, Freie Univ., Diss. Weinheim 1991.
Dreyer-Eimbcke, Oswald , Geschichte der Kartographie am Beispiel von Hamburg und Scheswig-Holstein. Oldenburg, Komregis, 2004, S. 94
Witt, Reimer, Die Anfänge von Kartographie und Topographie Schleswig-Holsteins 1475 - 1652, Heide in Holstein 1982, S. 39-49
Eine ausführliche Beschreibung der Karte Dithmarschens findet sich bei Degn, Christian / Muuß, Uwe, Topographischer Atlas Schleswig-Holstein, Neumünster Wachholtz, 1966, S. 160-161

Die vollständige Erstausgabe (1570) des Theatrum Orbis Terrarum von Abraham Ortelius findet man bei der Library of Congress (Washington  D.C.)
http://lcweb2.loc.gov/ammem/gmdhtml/gnrlort.html

 

Angaben zur Landkarte im Überblick:

Verleger / Kupferstecher: Ortelius, Abraham; Plantin, ... ; Boekel, Peter *1530-1599*
Ortelius, Abraham; Plantin, ... ; Michaelis, Laurentius

Maßstab : [Ca. 1:200.000] (Dithmarschen)
[Ca. 1:250.000] (Oldenburg)

Erschienen: [Antwerpen] : [Officina Plantiniana], [1595]

Anmerkungen : Original Kupferstich

Größe der Abbildung : 20 x 30 cm (Dithmarschen)
23 x 33 cm (Oldenburg)

Größe des Blattes: Zwei Karten auf einem Blatt
Blattgröße: 57,5 x 47 cm

Zustand : sehr gut

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Vergrößerung - Rückseite - Darstellung in höherer Auflösung

Angaben zum Kupferstecher / Verleger:

Abraham Ortelius - 1528-1598

Abraham Ortel, besser unter dem Namen Abraham Ortelius bekannt, veröffentlichte den ersten Weltatlas, den Theatrum Orbis Terrarum. Er war ein riesiger Erfolg.

Abraham Ortelius wurde in Antwerpen geboren. Ortelius war die lateinische Version seines richtigen Namens Ortel. Ortelius, beziehungsweise Ortel hatte Griechisch, Latein und Mathematik studiert. In Antwerpen etablierte er sich bald als Buchhändler und Kartograph. Sein grosser Erfolg wurde der Theatrum Orbis Terrarum. Dies war vermutlich die erste Sammlung von Landkarten in Buchform - 20 Jahre bevor Mercator seinen Weltatlas herausgab. Im Jahr 1570, als die erste Ausgabe von Theatrum Orbis Terrarum erschien, war das Wort Atlas noch nicht in Gebrauch. Der Grafiker für den Atlas war übrigens Frans Hogenberg.
Der Theatrum Orbis Terrarum war so erfolgreich, dass er allein im ersten Jahr des Erscheinens 4 mal neu aufgelegt werden musste. Insgesamt wurde der Atlas zwischen 1570 und 1612 in 42 Ausgaben und in 7 Sprachen veröffentlicht - Latein, deutsch, höllandisch, französisch, spanisch, englisch und italienisch. Ein enormer Erfolg für einen Kartographen des 16. Jahrhunderts ! Abraham Ortelius war auch der erste, der die Referenzen für seine Landkarten angab indem er den Kartographen erwähnte. Das Verlegen von Landkarten war damals im grossen und ganzen ein dreistes gegenseitiges Kopieren.

Die späteren Ausgaben nach 1598 wurden von Jan Baptiste Vrients verlegt. Er hatte die Rechte nach dem Tod von Abraham Ortelius von dessen Erben erworben.