Hondius , Henricus : Osnabrugensis Episcopatus (1633)

 

Original Kupferstich von Johannes Gigas, verlegt bei Henricus Hondius, aus dem Jahre 1633.

Zur Datierung vgl. Keuning Nr. 39.

Sehr dekorative, altkolorierte Kupferstichkarte des Bistums Osnabrück mit den angrenzenden Teilen von Lingen, Diepholz, Minden, Ravensberg, Tecklenburg und Münster. Die jeweiligen Wappen sind im Kartenbild eingestochen.

Die Karte entspricht nahezu vollständig der später bei Jan Jansson und weitgehend auch der bei Joan Blaeu Verlegten.

Links unten eine Ansicht der Stadt Osnabrück nach Braun-Hogenberg (5,3 : 16,5 cm). (Anmerkung: bei Blaeu steht rechts neben der Ansicht ein Landmesser mit Astrolabium). Darüber die mit Obst und Gemüse geschmückte Titelkartusche "Osnabrugensis Episcopatus - Auctore Ioanne Gigante". Daneben der Verlegervermerk "Amstelodami apud Henricum Hondium".

Rechts unten eine Insetkarte des zum Bistum gehörenden Amtes Reckenberg (8 : 7 cm), daneben der Meilenzeiger (Milliaria Germanica Communia, Horae itineris).

Rechts oben das Wappen des Landesherren Franz Wilhelm von Wartenberg.

Darunter in barocker Kartusche die Widmung des Verfassers an den Landesherrn Bischof Franz von Wartenberg "Osnabrugensis Episcopatus : Reverendissimo et Illmo Principi ac Domino Dno Francisco Guilielmo Episc. Osnabrugensi S. Rom. Imp. Prin. Comiti in Wartenberg etc. Principi suo longe clementissimo humillime offert Ioannes Gigas Med. Doct.".

Verso erläuternder Text in französischer Sprache "Description de L'Evesché d'Osnabrug"

Vgl.
J. Keuning, The History of an Atlas: Mercator. Hondius. In: Imago Mundi , Vol. 4, 1947 (1947), pp. 37-62, Nr. 139.

JANSSONIUS,J. , Novus atlas absolutissimus, das ist general Welt-Beschreibung mit allerley schönen und neuen Land-Carten gezieret. Der andere Theil begreifet Teutschland. Nachdruck der Ausgabe Amsterdam 1657/70. Vollst. Faksimile der 92 Karten nach dem exemplar der Bayer. Staatsbibl. München. Mit e. Einführung von Traudl Seifert. München, Battenberg, 1977. [S. Qq folgende]
und
Van der Krogt, Peter (Hrsg.): Atlas Maior - Germania, Austria et Helvetia, 2 vol., Taschen, Köln 2006, (Nachdruck eines Originalexemplars der Österreichischen Nationalbibliothek, Wien. S. 296 - 297

 

Angaben zur Landkarte im Überblick:

Verleger / Kupferstecher: Gigas, Johann Michael *1582-1637* ; Hondius, Henricus

Maßstab : [Ca. 1:470.000]

Erschienen: Amstelodami//Amsterdam : Henricus Hondius, [1633]

Anmerkungen : Original Kupferstich

Größe der Abbildung : 46 x 35 cm

Größe des Blattes: 57,5 x 48 cm

Zustand : sehr gut und dekorativ

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Vergrößerung - Rückseite - Darstellung in höherer Auflösung

Angaben zum Kupferstecher / Verleger:

Henricus (Hendrick) Hondius (1597-1651)

Der jüngere Sohn von Jodocus Hondius Sr., Henricus Hondius, unterstützte seinen Vater und seine Brüder im Verlagsgsgeschäft bis 1621, als er sein eigenes Unternehmen in Amsterdam gründete. Er aktualisierte die Kupferplatten der Familie. 1641 gab er die letzte Ausgabe des Mercator-Hondius Atlasses unter seinem Namen heraus.

Neben der Blaeu-Familie war die Hondius-Familie möglicherweise die wichtigste Familie der Künstler des Kartenbildes in der Geschichte der Kartographie.

 

Angaben zum Kupferstecher / Verleger:

Johannes Gigas (eigentlich Riese; * 1582 in Lügde im Fürstbistum Paderborn; † 1637 in Münster/Westfalen) war ein deutscher Kartograph, Mediziner, Mathematiker und Physiker.

Gigas absolvierte sein erstes Studium von 1597 bis 1600 an der Universität Helmstedt, weitere Studien folgten in Wittenberg und Basel. Am 25. September 1603 heiratet er Maria von Dorsten im Alter von 21 Jahren. Am 25. September 1603 wurde ihm Basel sein Doktortitel in Medizin verliehen, seine Dissertation befasste sich mit der Ruhr. 1607 wurde er Professor der Mathematik und Medizin an der Hohen Schule zu Burgsteinfurt, wo er auch Vorlesungen über Physik hielt. Daneben war er an der Universitätsapotheke tätig, schied jedoch 1614, möglicherweise aus finanziellen Gründen, aus dem Amt. Gigas siedelte nach Münster über, wo er zum Katholizismus konvertierte und Leibarzt des Bischofs wurde; er behandelte zahlreiche bekannte Persönlichkeiten, darunter auch den Heerführer der Katholischen Liga und späteren Nachfolger Wallensteins Tilly.

Sein erster Kalender wurde im Jahre 1610 herausgegeben. Er entwickelte eine Methode zur Landvermessung und stellte als erster maßstabsgetreue Karten her. Sein Handbuch der Weltkugel "Enchidrion Sphaericum" wurde im Jahre 1615 in Hanau herausgegeben. Seit 1616 brachte er in rascher Folge Karten einzelner west­fälischer Territorien heraus, die in ihrer sauberen Zeichnung teils auf eigenen Messungen beruhten und durch ihre künstlerische Aufmachung bestachen. Sein Kölner Atlas Prodromus Geographicus enthält neun Karten und wurde 1620 herausgegeben. Gigas schwebte als Endziel seiner Arbeit ein Weltatlas vor – ein utopischer Plan, der die Kräfte eines einzelnen weit überstieg. Weil er dies einsah, verlor er bald die Lust an der kartographischen Arbeit. Die ärztliche Praxis und das Kalendermachen füllten den Rest seines Lebens aus. Johannes Gigas starb 1637 in Münster.

(Wikipedia)