Schedel, Hartmann : Madeburga (1493)

 

Originale Incunabel aus der Weltchronik des Hartmann Schedel (auch "Liber chronicarum", "Nürnberger Chronik" oder "Schedelsche Weltchronik") - lateinische Ausgabe - , verlegt von Anton Koberger in Nürnberg im Jahre 1493.

Die Schedelsche Weltchronik ist ein bedeutendes Zeugnis deutscher Buchdruckkunst aus der Zeit des Spätmittelalters und mit etwa 2000 Holzschnitten das bildreichste Werk der Frühzeit des Buchdrucks. Michael Wolgemut begann 1487 zusammen mit Wilhelm Pleydenwurff, seinem Schwiegersohn, mit den Entwurfsarbeiten zu den Holzschnitten. Auch Beiträge des jungen Albrecht Dürer sind wahrscheinlich, der bis 1490 bei Wolgemut in die Lehre ging. 

Das Blatt zeigt auf der Vorderseite (Folio CLXXX ) eine Phantasieansicht (Holzschnitt) der Stadt Madeburg (Magdeburg) nach Vorlagen von Michael Wohlgemuth und Wilhelm Pleydenwurff.

Anmerkung: Die idealisierte Phantasieansicht von Magdeburg (linke Teilansicht) wurde in der Schedelschen Weltchronik auch für Paris und Treviso genutzt.

Text zu Magdeburg aus der deutschen Ausgabe:

MAgdeburg ist ein hawbtstatt in sachßen land an dem fluss der Elbe glegen. Derselb fluss entspringt in den bergen behmer land. vnd merhernland taylend. vnd lawft schier mitten durch die prouintzen auß. vnnd rynnet hin erstlich gein dem nidergang. darnach gein mitternacht. vnd alßdann durch enge gepirg vnd gehe tal schnelligclih in das sachsisch land fuer dise statt Magdeburg hyn vnd fuertter hynab in das meer. Vnd die roemer sind (als strabo schreibt) nye vber die Elb komen. Ettlich haben disen fluss der elb als ein ende der zil teuetschs lands vnd des sarmacischen lands gesetzt. Dise statt ein erberer ersamer stuol der kaiser vnnd bischoff ist in drey ryfier getaylt vnd mit zynnen. vorweren. ergkeren. thuernen vnd graben befestigt vnd bewaret. vnd mit großtetigen herrlichen hewßern. huebschen gaßen. vnd weytten schoenen tempeln gezieret. vnnd durch den großen kaiser Karl daselbst ein edels bistthumb geordnet. dann als er den longobardischen krieg volbracht vnd iren mechtigen koenig gefangen het. do setzet er ime fuer alßpald on verzug in Galliam widerzeziehen.denn der sechsisch krieg vrsachet ine wideranhayms zekomen. wann das sechsisch volck was gar mechtig vnnd schier aller teuetschen das streythaftigst. die ereten falsche goetter vnd hetten weder goettlichs noch menschlichs recht vor awgen. sunder sie haßeten die gleichheit. billichkeit vnßern gotßdienst vnnd glawben. vnd die gottes diener. Sie warn der franckreichischen nachpawrn mit den fueereten sie stettigclich krieg. derselben bestreyttung vnd obsygung was dem großen kaiser Karl als auß goettlicher schickung behalten. vnd kaiser Karl hat ye keinen groeßern schwerern vnd lengern krieg denn den sechsischen gefueert wol .xxxiii. iar. Zu letst warden die sachßen also gantz bestritten das sie sich vnnd das ir in den gewalt kaiser Karls ergaben. rechte gesetz auff sich namen. ire angeporne gewonheit vnd falsch goetter hinlegten vnd verließen. den cristenlichen glawben bekenneten vnd des alles laystbuergen setzeten. dann kaiser karl het in seinen kriegen den fuersatz vnd das ende vor awgen das er das gesetz des cristenlichen glawbens. souil an ime were erheben woelt. darumb als er das sechsisch land geraynigt het do richtet er darinn .x. bischoffthumb auf. Der erst bischoflich stuol von ime gestiftet ist die Osnaburgensisch kirch an dem fluss Hasa gelegen in sannt Peters ere. Die ander die Halberstatisch in sant Stephans ere. die vormals zu oesterwick gewesen ist. Die dritt die Myndensisch an dem fluss Wesara in dem gschloss Wesekini. Die vierd die Bremensisch in sant Peters ere auff der Wesera gelegen. Die fuenft die Badebornensisch in der seligsten iunckfrawen Marie ere. Die sechst Verdensisch an dem fluss alera. Die sibent die Monasteriensisch zu Muenster in sant Pauls ere. Die acht zu Hyldeßheim die newndt die Hambergensisch. Die zehend bischoflich kirch ist der hohberuembt Magdeburgisch stuol in sannt Mauricien ere gestiftet an der Elb. Doch ist dieser stuol von Karolo dem großen erstlich aufgesetzt zu Styde auf der herrschaft der grauen von Swalenworch yetzo die von Lyppia genant. Darnach ist diser stuol gein Valerßlene. nachfolgend gein Vrese gewendet. vnnd zu letst durch kaiser otten den ersten nach der gepurt cristi .ixc.xxx. iar gein Magdeburg verwandelt. vnd durch sein hilff vnd fuerdernus zu der wirdigkeit des primatus in alemania erhoeht worden. Daselbst was santn Adelbertus der erst bischoff ein man aller tugennt vol. In diser statt Magdeburg ist ein fast zierliche kirch in sant Mauricien ere auß quaderstaynen erpawet. gar ein edels werck der kaiser otten. vnd darinn der leichnam sancti Florencii. Sie glawben das alda sey der sechs krueeg einer darinn nach sag der euangelischen historien der herr cristus vnßer hayland waßer zu wein gemacht hat. Den zaigt man dem volck vnd ist marmorstaynin vnd leicht vnd mag so vil weins dar ein als vil dess ein pferd tragen moecht. So sagen sie das ein andrer vnd klayner kruog zu Hildeßheym sey. Auch wirdt sant Mauricien panyer ierlich alda gezaigt. Die burger daselbst haben vnnd halten ein rechtbuoch der Sachsen spiegel genant inen von dem großen kaiser Karln bestettigt. Daselbst hin auch die nahend gelegnen voelcker zu entschidung irer sachen ir zuflucht haben. Daselbst ist ein schoens pild Rolandi kaiser Karls gesyppten freuends. der ein vberstarcker man was. vnnd nach großer mechtiger niderlag der feind als er sein heer auß hyspania in galliam herwiderfueerret von dem vasconischen volck in eim streyt erschlagen wardt. Vnd diser ist der Rolandus der (als man sagt) zu seinen zeitten an stercke des leibs vnnd groeße des gemueets andere mann weit vbertroffen hat. also das seine starcke werck vnnd vbung in aller werlt gepreyset. gelobt vnd hohberuembt werden.

(Wikisource: http://de.wikisource.org/wiki/Die_Schedelsche_Weltchronik_(deutsch):180 )

Auf der Rückseite (Folio CLXXIX ) beschreibender Text zu einer Reihe von Päpsten und zu Kaiser Otto I. Dazu sieben Portraits von Päpsten, ein Bild Ottos und die Darstellung eines Kometen.

Der Text hierzu aus der deutschen Ausgabe:

Johannes der .xii. ein roemer hieß erstlich octauianus. Sein vater was ein mechtiger roemer. der bracht disen octauianum mit gewalt vnd listig anschleg in den bebstlichen stuol. aber er fueeret im babstlichen stand ein solchs leben mit iagen vnd frawen das nicht allain eim babst sunder einer igclichen sundern person verachtlich vnd verweyßlich gewesen wer. Es warden deßmals ierlich zwen ratherren auß der erberkeit vnd adel erkorn denen das gemayn regiment der statt befolhen was. vnd auch ein verweser auß den erbern gesatzt dem volck rechtens zegestatten vnd zeuerhelffen. vnd auß dem gemaynen volck zwoelff man. Vnd wiewol die statt rom mit schickerlicher ordnung zu der freyheit dienstlich vnd fuerderlich bewaret was. yedoch vnderstuond octauianus sich in solcher freyen statt gewalts zegeprauchen vnd ime bebstliche hoehe. der er nit wirdig was zuzeziehen. Zwen cardinel hetten dess verdrieß vnd schriben ottoni mit fleißiger bette die roemischen pfafheit vnd volck von den hennden Berengarii vnd diss babsts zeentledigen oder es wuerd der cristenlich glawb mitsambt dem roemischen kaiserthumb ernidergeen. Deßgleichen schriben auch ottoni vil ander welschs volcks. In mittler zeit gelanget die sach an den babst der erzuernet also das er derselben cardinel einen die nasen dem andern ein hand abhawen ließ. Nw kome otto gein rom vnnd empfieng von disem Johanne (wiwol ettlich sprechen von Leone) die kaiserlichen kron mitsambt dem tittel teuetschs lands vnd pannonie vnd vermanet den babst erstlich mit guoten wortten vnnd darnach mit bedroungen von seinem vnwesen abzelassen. do besorget sich iohannes vor dem kaiser vnd enthielt sich ein weil in den welden wie ein wilds thier. vnd vnlang nach seiner widerkunft starb er im. ix. iar dritten monat am fuenften tag seins babstthumbs[.]
BEnedictus der fuenft auch ein roemer wardt zu babst erkorn allermaist von den die dem vorgenantten Johanni verwandt waren. wiewol otto vormals den erwelten Leonem bestettigt hett. yedoch setzten die frefeln disen Benedictum in sant peters stuol. Als solchs an kaiser otten gelanget do gedacht er das nichtz mer mit worten vnd bedroungen zeschaffen wer vnd keret fleiß an die stett vnd gegent des roemischen gerichtßzwangs vnd felds einzenemen zeuerwueesten vnd zeuerheeren. darnach bedranget er die statt rom mit also schwerer belegerung das ein metz kleyen der selben zeitt. xxx. gulden gegolten hat. vnd die roemer also geengstigt warden das sie disen Benedictum dem kaiser ottoni gaben vnd Leonem auffnomen. Nach gezeuemter widerspennigkeit der roemer keret otto wider in teuetsche land.
LEo der acht wardt vor Benedicto zu babst erkorn vnd von kaiser otten zu dem bebstlichen stuol bestettigt vnd doch von roemern außgetriben. Aber kaiser otto zwunge sie mit gewalt vnd waffen Leonem wider auffzenemen. Der hat alßpald zu straff der roemer vnbestenndigkeit allen gewalt einen babst zewelen von dem roemischen volck vnd pfafheit an den kaiser gewenndt hat. vnd starb nach seiner widereinsatzung im dritten monat.
Johannes der. xiii. [e]in roemer nach Leone babst erkorn wardt von Petro dem verweser der statt mit feindlichem hawbtneyd verfolget. vnnd auff sein geschefft von Jofredo dem campanischen grafen in sant Johanns kirchen gefangen vnd in die engelburg gefueert. ettlich tag alda in huot gehalten. vnd darnach in campaniam geschickt. Als aber Jofredus vnd sein ainiger sun von Johanne dem capuanischen fuersten erschlagen warden do kom diser Johannes wider anhayms gein rom. Als kaiser otto diss babsts iamer vername do zohe er gein rom vnd fienge den verweser vnd regenten daselbst. vnd Johannes starb im sibenden iar seins babstthumbs.
BEnedictus der sechst auch ein roemer was ein nachkomen Jehannis im babstthumb vnd iamer. dann er wardt von eim mechtigen roemischen burger in die engelburg gedrungen vnd daselbst innen erwuergt. oder (als die andern halten) hungers getoedt im andern iar seins babstthumbs.
OTto der erst ein kaiser der teuetschen koenig Heinrichs erb vnd nachkomen seins koenigreichs ist im iar des hayls .ixc.lxii. als er in teuetschem land .xviii. iar geregirt het vom babst zu kaiser erklert. vnd dauor zu Ach von Hildiberto dem mayntzischen ertzbischoff erstlich gekroent worden. vnd hat das kaiserthumb. xii. iar geregirt. Diss was ein fast cristenlicher man vnd ein liebhaber vnd ernstlicher beschirmer der roemischen kirchen. Er zemet Boleslaum den beihmischen hertzog vnnd hat nach entledigtem koenig Ludwigen zu franckreich demselben koenigreich frid gegeben. Zu derselben zeit vnderstund sich Vgo der gross parisiensisch graff der die schwester Ottonis zu der ee het koenig Ludwigen zu franckreich widerumb feyndschaft zetragen. do zohe kaiser otto abermals in franckreich vnnd bracht Vgonen zu gehorsam vnder koenig Ludwigen. Der hertzog Gisilbertus der koenigs otten schwester zu der ee het zohe wider die frantzosen als ein feynd bis gein andernach. daselbst wardt er vberwunden vnd in der flucht im rheyn versennckt. So empfieng der koenig die gantzen nyderlendischen gegent in ergebung. Darnach hat koenig Ludwig ime die wittiben Gißberti zu derr ee vermehelet. Nw haben deßmals die hungern teuetsch land vberzogen vnd sich am fluss des lechs bey der statt Augspurg ernider gelaßen. vnnd wiewol diser kaiser otto auff anruoffung sant Vlrichs des heilligsten bischofs daselbst sich gegen den hungern ruostet vnd mit heereßkraft an sie setzet. vnd dieselben schluog vnd erniderleget so geschahe doch solchs nit on mercklich pluotuergiessung vnd nyderlage auch der seinen. dann in demselben streyt der dann ettwieuil tag weeret. vnnd allain bey nacht ansteen blib ist gefallen Conradus der tochterman des koenigs. vnnd der hertzog zu Wurms. so warden die hungern schier alle erschlagen vnd abgetilgt vnd der hungern vermuegen vnd macht deßmals also gekrenckt vnd außgeschoeppfft das sie sich darnach vil zeit anhayms haben mueeßen enthalten. Drey hungrisch koeniglein warden in demselben streyt gefangen vnd lebendig zu kaiser otten gefueert. vnnd durch die teuetschen zu schmah den hungern erhenckt. Als nw der preyß. lobe vnd ruom solcher sighaftiger vnd mechtiger bestreytung kaiser Otten wider die feynd des roemischen namens an die roemer vnnd walhen gelanget do rueefften sie disen kaiser otten an sie von der gewaltsame Berengarii. vnd alberti seins suns. auch andrer wueetrich zeentledigen. Also bekroenet diser kaiser otto seinen sun auß Alunda seiner gemahel geporn auch otto genant siben iar alt zu Ach zu einem koenig teuetscher land. Darnach zohe er mit grosser ere gein rom daselbst hat er die kaiserlichen kron von babst Johanne dem. xii. (wiewol ettlich setzen von babst Leone dem achten) empfangen. Babst Johannem zu besserung seins lebens vermanet. vnnd auff anrueeffung des volcks inen einen wirdigen babst anzezaigen Leonem. der auff des kaisers befelh erwelt ward zu babst bestettigt vnd nach stillung der roemischen sachen gein Spoletum gerayset vnd die kriechischen in apulia vnd calabria vberwuenden vnd das roemisch kaiserthumb an die teuetschen gebracht. Auch zu Gaßlar im sachßenland ein bergkwerck einer silbergruoben erfuonden. vnd die statt Magdeburg mit vil zierden begabtt. vnd zu einer bischoflichen hawbtstatt gemacht. vnd pfenning die in welschen landen vnd ottolini genant sind gemuentzt. vnd als ein gueetiger vnnd besunder mylter mensch vil loeblicher hendel vnd geschihten geuebet. vnd in seinem alter ottonem senen sun zu eim mitregirer des kaiserthumbs geordnet. Er starb vor alter vnd wardt sein leichnam gein Magdeburg gefueert vnd daselbst begragen in sant Mauricien kirchen. die er mit großem dargelegten kosten erpawet het.
DIser zeit fiel ein stayn wunderperlicher groeße von hymel in großem wind vnd regen. vnnd an vil menschen klaidern erschynen pluotfarbe zaichen des creuetzs.
DIe aylfft vnd zwoelfft zwayung beschahen zu den zeiten kaiser otten zwischen Johannem Leonem vnd Benedictum auß vrsachen vnd in gestalt als hieuor gemelt ist.
Die sunn lydde ein erschroeckenliche finsternus am freytag zur dritten stunnd als Addamaram der sarracenisch koenig von Radamiro dem aller cristenlichsten koenig gallicie im streyt vberwunden wardt.
In welschem land erschyne ein wundergroßer comet fuerkuendende einen hunger. der darnach folget. So bracht koenig otto den leichnam sancti Innocencii gein Magdeburg. In dem. xxxii. iar ottonis wardt einer seiner grafen zu rom vom teuefel ergriffen inen mit zenen zuozereissen. vnd zu babst Johannem dem xiii. gefueert ime sant peters ketten vmb den hals zelegen. vnd als ime erstlich ein vnrechte kett angelegt ward vnd zu entledigung nit helffen wolt do wardt ime darnach die recht sant peters kett. da mit er gepunden was gewesen vmb seinen hals gelegt vnd geledigt. also das der teuefel außspuertzet vnd mit geschray hinfuere. do ergriffe Theodoricus der bischof zu Metz dieselben ketten vnd sprach. er wolt ee die hannd dann die ketten laßen. do betaydinget der kayser das der babst dem bischoff ein glide von derselben ketten geben solt.

(Wikisource: http://de.wikisource.org/wiki/Die_Schedelsche_Weltchronik_(deutsch):179 )

Vgl.
Schupp, Volker : Zu Hartmann Schedels Weltchronik (Sonderdrucke aus der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg). PDF
Originalbeitrag erschienen in: Heinrich Löffler (Hrsg.): Texttyp, Sprechergruppe, Kommunikationsbereich: Studien zur deutschen Sprache in Geschichte und Gegenwart; Festschrift für Hugo Steger zum 65. Geburtstag. Berlin: de Gruyter 1994, S. [52]-67
Kirsch, Mona : Eine neue Perspektive auf Hartmann Schedels „Buch der Chroniken und Geschichten“ - Weltchronistik an der Schwelle zwischen Mittelalter und Früher Neuzeit. In: Concilium medii aevi 13 (2010) PDF

Eine vollständige, digitalisierte Ausgabe (lateinisch - 1493) der Schedelschen Weltchronik (Schedels eigenes Exemplar) findet man im Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek
Eine vollständige, digitalisierte Ausgabe (deutsch - 1493) der Schedelschen Weltchronik findet man bei Wikimedia Commons und bei Wikisource .

 

Angaben zur Landkarte im Überblick:

Verleger / Kupferstecher: Schedel, Hartmann *1440-1514* ; Wohlgemuth, Michael ; Koberger, Anton

Maßstab :

Erschienen: [Nuremberge] : [Koberger], [1493]

Anmerkungen : Original Holzschnitt

Größe der Abbildung :51 x 19 cm

Größe des Blattes: 57,5 x 43 cm

Zustand : gut und dekorativ

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Vergrößerung - Rückseite - Darstellung in höherer Auflösung

Angaben zum Kupferstecher / Verleger:

Hartmann Schedel

Hartmann Schedel (* 13. Februar 1440 in Nürnberg; † 28. November 1514 ebenda) war ein deutscher Arzt, Humanist und Historiker. Sein wichtigstes Werk ist die sogenannte Nürnberger Chronik, auch bekannt als Schedelsche Weltchronik aus dem Jahr 1493.

Die Schedelsche Weltchronik erschien erstmals 1493 in Nürnberg in einer lateinischen und einer deutschen Fassung und ist ein bedeutendes Zeugnis deutscher Buchdruckkunst.

Die Auflagenhöhe ist nicht bekannt. Die lateinische Auflage, die in ganz Europa vertrieben wurde, wird höher gewesen sein als die deutsche. Die lateinische Ausgabe umfasst 656 Seiten, die deutsche 596. Gedruckt wurde sie bei Anton Koberger in Nürnberg. Über die Preise der Weltchronik ist fast nichts bekannt. Ein 1495 in London verkauftes Exemplar kostete 66 Shilling 8 Pence. Der Druck der Weltchronik, der immense Kosten verschlang, wurde kein verlegerischer Erfolg, denn 1509 waren noch 571 Exemplare am Lager. --- Das handgeschriebene Exemplar des Hartmut Schedel befindet sich in der Bayerischen Staatsbibliothek und kann im Internet eingesehen werden.

Die Chronik folgt der Tradition mittelalterlicher Chroniken, indem sie die Geschichte der Welt in Weltalter darstellt:

Das Werk enthält 1809 Holzschnitt-Illustrationen der Wolgemut-Werkstatt – die sich teilweise wiederholen – und ist damit das am umfangreichsten illustrierte Buch des 15. Jahrhunderts. Unter den Illustrationen befinden sich 29 doppelseitige Stadtansichten und zwei doppelseitige Landkarten: eine Weltkarte und eine Europakarte.

Michael Wolgemut begann 1487 zusammen mit Wilhelm Pleydenwurff, seinem Stiefsohn, mit den Entwurfsarbeiten zu den Holzschnitten. Auch Beiträge des jungen Albrecht Dürer sind wahrscheinlich, der bis 1490 bei Wolgemut in die Lehre ging.

(Wikipedia)

Angaben zum Kupferstecher / Verleger:

Michael Wohlgemut

Michael Wolgemut (* 1434 in Nürnberg; † 30. November 1519 ebenda; auch Michael Wohlgemut oder Michael Wohlgemuth) war ein Maler und ein Meister des Holzschnitts, war Schüler Hans Pleydenwurffs und der wichtigste Vertreter der älteren fränkischen Schule. Er arbeitete im Auftrage des sächsischen Kurfürsten Friedrichs des Weisen bei der Ausgestaltung seines Schlosses in Wittenberg mit. Durch Kriegseinwirkungen ist sein Schaffenswerk in Wittenberg verlorengegangen. So auch ein Bildnis seines Auftragsgebers, des Kurfürsten Friedrich des Weisen. Wolgemut wurde 1434 in Nürnberg geboren, scheint sich in Flandern oder doch nach flandrischen Gemälden gebildet zu haben und gründete in Nürnberg, wo er zuerst 1473 urkundlich erwähnt wird, eine einflussreiche, vielbeschäftigte Malerwerkstätte, in die auch Albrecht Dürer Ende 1486 eintrat. Man kann davon ausgehen, dass Wolgemut, der die Witwe Hans Pleydenwurffs, vermutlich sein früherer Arbeitgeber, heiratete, dessen Werkstatt übernahm.

Wolgemut zeichnete auch Vorlagen für Holzschnitte, unter anderem für die Illustrationen im Schatzbehalter (Nürnberg 1491) von Stephan Fridolin und 1.809 Holzschnitte für die Weltchronik (Nürnberg 1493) von Hartmann Schedel, die den Anstoß zur raschen Fortentwickelung dieser Kunst durch und unter Albrecht Dürer gaben. In der Schedelschen Weltchronik wird ihm u.a. die doppelseitige Ansicht von Nürnberg, zugeschrieben, die erste gedruckte Ansicht ihrer Art überhaupt. Die Weltchronik-Illustration ist ein gemeinsames Werk Wolgemuts und seines Stiefsohns Wilhelm Pleydenwurff.