Ortelius : Mansfeldiae Comitatus (1592)

 

Original Kupferstich aus dem "Theatrum Orbis Terrarum" von Abraham Ortelius aus dem Jahre 1592. Die Karte stammt von Tilemann Stella, sie ist eine der seltenen Landkarten mit der Signatur des Kölner Kupferstechers Frans Hogenberg "Franc. Hogenb. Sculpsit" (unten links).

Zur Datierung vgl. Marcel van den Broecke Nr. 94 - lateinische Ausgabe.

Die frühe, topographisch erstaunlich genaue Spezialkarte der Grafschaft Mansfeld in schönem Altkolorit zeigt das Gebiet zwischen Bernburg, Halle und Stolberg, mit detaillierter Geländedarstellung: Wälder, Berge, Sumpf- und Reetflächen, Salinen. Größere Städte sind als kleine Vogelschauansichten dargestellt. Die Karte ist von einer gestochenen Bordüre umgeben.

Titelkartusche oben rechts "Mansfeldiae Comitatus Descriptio / auctore Tilemanno Stella".

Erläuterungen auf der Rückseite in lateinischer Sprache "Mansveldiae Comitatus" mit hübschem Initial "M".
Meilenanzeiger unten mittig (Miliaria Germanica).

Vgl. Marcel van den Broecke Nr. 94 - lateinische Ausgabe. Von diesem Blatt wurden nur 525 Exemplare gefertigt!
MEURER, PETER H., Fontes cartographici Orteliani, das Theatrum orbis terrarum von Abraham Ortelius und seine Kartenquellen. Zugl.: Berlin, Freie Univ., Diss. Weinheim 1991.

Die vollständige Erstausgabe (1570) des Theatrum Orbis Terrarum von Abraham Ortelius findet man bei der Library of Congress (Washington  D.C.)
http://lcweb2.loc.gov/ammem/gmdhtml/gnrlort.html

 

Angaben zur Landkarte im Überblick:

Verleger / Kupferstecher: Ortelius, Abraham; Plantin, ... ; Stella, Tilemann *1525-1589* ; Hogenberg, Frans *1535-1590*

Maßstab : [Ca. 1:150.000]

Erschienen: [Antwerpen] : [1592]

Anmerkungen : Original Kupferstich

Größe der Abbildung : 41 x 36 cm

Größe des Blattes: 50 x 41 cm

Zustand : sehr gut

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Vergrößerung - Rückseite - Darstellung in höherer Auflösung

Angaben zum Kupferstecher / Verleger:

Abraham Ortelius - 1528-1598

Abraham Ortel, besser unter dem Namen Abraham Ortelius bekannt, veröffentlichte den ersten Weltatlas, den Theatrum Orbis Terrarum. Er war ein riesiger Erfolg.

Abraham Ortelius wurde in Antwerpen geboren. Ortelius war die lateinische Version seines richtigen Namens Ortel. Ortelius, beziehungsweise Ortel hatte Griechisch, Latein und Mathematik studiert. In Antwerpen etablierte er sich bald als Buchhändler und Kartograph. Sein grosser Erfolg wurde der Theatrum Orbis Terrarum. Dies war vermutlich die erste Sammlung von Landkarten in Buchform - 20 Jahre bevor Mercator seinen Weltatlas herausgab. Im Jahr 1570, als die erste Ausgabe von Theatrum Orbis Terrarum erschien, war das Wort Atlas noch nicht in Gebrauch. Der Grafiker für den Atlas war übrigens Frans Hogenberg.
Der Theatrum Orbis Terrarum war so erfolgreich, dass er allein im ersten Jahr des Erscheinens 4 mal neu aufgelegt werden musste. Insgesamt wurde der Atlas zwischen 1570 und 1612 in 42 Ausgaben und in 7 Sprachen veröffentlicht - Latein, deutsch, höllandisch, französisch, spanisch, englisch und italienisch. Ein enormer Erfolg für einen Kartographen des 16. Jahrhunderts ! Abraham Ortelius war auch der erste, der die Referenzen für seine Landkarten angab indem er den Kartographen erwähnte. Das Verlegen von Landkarten war damals im grossen und ganzen ein dreistes gegenseitiges Kopieren.

Die späteren Ausgaben nach 1598 wurden von Jan Baptiste Vrients verlegt. Er hatte die Rechte nach dem Tod von Abraham Ortelius von dessen Erben erworben.

Angaben zum Kupferstecher / Verleger:

Tilemann Stella (eigentlich Tilemann Stoltz; * 1525 in Siegen; † 1589 in Wittenberg)

war ein deutscher Renaissance-Gelehrter. Er betätigte sich unter anderem als Bibliothekar, Mathematiker, Geometer, Kartograf und Astronom.

Stella studierte in Wittenberg, Marburg und Köln und erschloss sich das dort gelehrte empirischen Wissenschaftsverständnis.

Als Kartograf ist Stella vor allem für die 1560 veröffentlichte Übersichtskarte von Deutschland bekannt. Daneben führte er in verschiedenen Staaten Landesaufnahmen durch, so ab 1552 in Mecklenburg, 1557–1560 in der Grafschaft Mansfeld und 1563/64 im Herzogtum Pfalz-Zweibrücken. Überliefert ist außerdem die Beteiligung an Atlaswerken und eine Karte des biblischen Palästinas.

Die Anlage von Wasserstraßen prägte neben der Kartografie das Berufsleben Stellas wesentlich, ab 1565 leitet er für zwei etwa Jahrzehnte die Anlage eines Kanals zwischen Elde und Elbe und des heutigen Störkanals.

(Wikipedia)