Jansson , Jan : Lusatia Superior (1612)

 

Original Kupferstich aus dem Atlas Novus von Jan Jansson ab 1612.

Zur Datierung der Karte vgl. Keuning, Nr. 483. Die Karte erschien in der niederländischen Ausgabe des Atlas Novus erstmals 1638.

Doppelblattgroße, dekorative und altkolorierte Kupferstichkarte der Oberlausitz und des nordwestlichen Teiles von Niederschlesien (heute zu Polen).

Die Karte wird im Südwesten vom Lauf der Elbe mit Dresden, Pirna und Bad Schandau begrenzt.
An der nördlichen Grenze liegt Senftenberg, die nordöstliche Grenze bildet die Linie Sorau - Sagan - Sprottau in Niederschlesien.
Die südliche Grenze stellt etwa die Linie Bad Schandau - Tetschen - Zittau an der Neiße dar, die Mitte der Karte die Linie Radeberg - Görlitz.

Oben links das Wappen, darunter die Legende.

Unten links die Titelkartusche "Lusatia Superior / Auth. Bartholomaeo Sculteto Gorlitio".

Rechts daneben der Verlegervermerk "Amstelodami Sumptibis Ioannis Janßonii."

Meilenanzeiger unten rechts (Milliaria Germanica magna; Milliaria Germanica parva).

Rückseitig Text in französischer Sprache mit hübschem Initial "L".

Vgl.
Johannes Keuning, The Novus Atlas of Johannes Janssonius. In: Imago Mundi, Vol. 8. (1951), pp. 71-98; hier: Nr. 483
JANSSONIUS,J. , Novus atlas absolutissimus, das ist general Welt-Beschreibung mit allerley schönen und neuen Land-Carten gezieret. Der andere Theil begreifet Teutschland. Nachdruck der Ausgabe Amsterdam 1657/70. Vollst. Faksimile der 92 Karten nach dem exemplar der Bayer. Staatsbibl. München. Mit e. Einführung von Traudl Seifert. München, Battenberg, 1977. [S. Qqqq folgende]

 

Angaben zur Landkarte im Überblick:

Verleger / Kupferstecher: Scultetus, Bartholomeus ; Jansson, Jan *1588-1664*

Maßstab : [Ca. 1:260.000]

Erschienen: Amstelodami//Amsterdam : Ioannes Ianßonius, s.a. [zwischen 1612 u. 1664]

Anmerkungen : Original Kupferstich

Größe der Abbildung : 48 x 37 cm

Größe des Blattes: 57,5 x 46,5 cm

Zustand : sehr gut und dekorativ

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Vergrößerung - Rückseite - Darstellung in höherer Auflösung

Angaben zum Kupferstecher / Verleger:

Johann Janssonius (* 1588; † 1664; eigentlich Jan Jansson) war ein niederländischer Kartograph und Verleger.

Janssonius führte auch die Herausgabe der Atlanten von Mercator-Hondius fort. Im Jahre 1612 heiratet er die Tochter Elisabeth von Jodocus Hondius (1563-1612). Da Hondius der Eigentümer der Druckplatten von Mercator war, arbeiten sie zusammen, nach Jodocus Hondius' Tod mit seinen Söhnen Jodocus II und Henricus, an neuen Ausgaben des Atlasses von Mercator. 1633 erfolgte die Herausgabe des zweiten Bands des Atlasses. Dieser wird häufig bezeichnet als Mercator-Hondius-Janssonius. Das bedeutendste Werk von Jan Janssonius ist der Atlas "Theatre du Monde" oder „Novus Atlas“, veröffentlicht 1639 in drei Bänden. Durch die ständigen Ergänzungen hat der Atlas im Jahre 1662 elf Bände. Er entwickelte sich zum schärfsten Konkurrenten von Blaeus "Atlas Major".

Nach dem Tod von Jansson wurde die Gesellschaft von seinem Schwager Waesberg weiter geführt. 1694 wurden die Druckplatten von Janssonius von Peter Schenk (ca. 1645-1715) erworben.

(Wikipedia)

 

Angaben zum Kupferstecher / Verleger:

BARTHOLOMEUS SCULTETUS (=SCHULTZ)
( Geb. 13. 5.1540 in Görlitz ; Gest. 21.6.1614 in Görlitz) war
Arithmetiklehrer, Bürgermeister zu Görlitz.

Bartholomeus Schultz, ein Bauernsohn, besuchte zunächst das Gymnasium seiner Heimatstadt und ab 1559 die Universität Leipzig, wo er Rechtswissenschaft und Mathematik belegte. Schon 1562 wurde er dortselbst auf den mathematischen Lehrstuhl berufen.

1568 hatte er für den Kurfürsten August von Sachsen eine Karte der Markgrafschaft Meißen und der Lausitz fertiggestellt, die ein Jahr später im Druck erschien (Holzschnitt, 29X38,4 cm). Ortelius nahm die Karte 1573 in sein »Theatrum« auf, ebenfalls de Jode in sein »Speculum Orbis Terrarum« (1578 und 1593) und M. Quad (1592) in seine »Descriptio Europae«. 14 Jahre lang war er dann als Arithmetiklehrer an seiner alten Schule und als Stadtrat von Görlitz tätig.

Im Auftrage der Landstände lieferte er 1593 eine Karte der Ober- und Niederlausitz. Sie ist in zahlreiche Atlanten des 17. Jahrhunderts eingegangen. Schultz war mehrmals Bürgermeister seines Wohnortes und wurde in Anerkennung seiner Leistungen in den Adelsstand erhoben.

(Hans Harms)