Blaeu: Mansfeldia Comitatus (1662)

 

Original Kupferstich aus dem "Atlas Maior " von Joan Blaeu aus dem Jahre 1662 nach Tilemann Stella.

Zur Datierung vgl. Keuning Nr. 131. Die Karte erschien erstmals im Jahre 1634 im Blaeu-Atlas.

Die Karte zeigt die Grafschaft Mansfeld in dem Gebiet zwischen Aschersleben, Halle an der Saale, Wiehe Unstruttal und Stolberg. Der Kartenmittelpunkt bei Bornstedt, Lutherstadt Eisleben.

Oben rechts Titelkartusche "Mansfeldia Comitatus / Auctore Tilemanno Stella", darüber Wappen der Grafen von Mansfeld.

Unten mittig Meilenanzeiger (Milliaria Germanica communia).

Rechts unten Verlegeradresse " Apud Guiljelm. Blaeu " .

Auf der Rückseite die Seiten 30 u. 33 der niederländischen Ausgabe des Atlanten von Blaeu mit der Überschrift "Het Graefschap Mansfeldt." mit hübschem Initial "M".

"Die Stadt Mansfeld wird nach der Grafschaft genannt, in deren Nähe sich Leimbach befindet. Wippra, nach der Wipper genannt, an der es liegt, ist zweieinhalb Meilen, Eisleben eine Meile entfernt. Eisleben ist die größte Stadt von allen und für seine Minen bekannt und berühmt, in denen verschiedene Metalle geschürft werden; in seiner Nähe wird eine Art schwarzer Stein abgebaut, Sifferlein (Schiefer) genannt, der der Kohle ähnlich ist: aus ihm gewinnt man im Feuer zum Nutzen der Einwohner Kupfer in großen Mengen, wie die vielen Anhäufungen und Berge von Kupfererz und Kupferkies erkennen lassen."

Vgl.
Van der Krogt, Peter (Hrsg.): Atlas Maior - Germania, Austria et Helvetia, 2 vol., Taschen, Köln 2006, S. 58.
Johannes Keuning, Blaeu's „Atlas“; In: Imago Mundi, Vol. 14. (1959), pp. 74-89.

Einen nahezu vollständigen Band I des Atlas Maior (1662) "Europa-Germania-Germania Inferior" von Joan Blaeu findet man online bei der Bibliothek der University of California, Los Angeles (UCLA) im JPG-Format (150 dpi) http://www.library.ucla.edu/yrl/reference/maps/blaeu/index.htm#

 

Angaben zur Landkarte im Überblick:

Verleger / Kupferstecher: Blaeu, Joan *1596-1673* ; Blaeu, Willem Janszoon *1571-1638* ; Stella, Tilemann *1525-1589*

Maßstab : [Ca. 1:170.000]

Erschienen: [Amsterdam] : Guiljelm. Blaeu [erschienen: Joannes Blaeu], [ab 1634]

Anmerkungen : Original Kupferstich

Größe der Abbildung : 49,5 x 41 cm

Größe des Blattes: 62 x 52,5 cm

Zustand : gut

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Vergrößerung - Rückseite - Darstellung in höherer Auflösung

Angaben zum Kupferstecher / Verleger:

Willem Janszoon Blaeu (* 1571 in Alkmaar, Niederlande; † 1638 in Amsterdam; auch: Willem Jansz, Guilielmus Janssonius, Willems Jans Zoon, Guilielmus oder G. Blaeu) war ein niederländischer Kartograph.

Blaeu wurde 1571 in Alkmaar geboren. Von 1594 bis 1596 lernte er die Astronomie und Kartographie bei Tycho Brahe. 1600 entdeckte er den veränderlichen Stern P Cygni. Um 1603 ließ er sich in Amsterdam nieder, wo er anfing, Erdgloben anzufertigen. Schon bald stellte er auch Land- und Seekarten her, darunter 1605 eine Weltkarte. Im Jahr 1633 ernannte ihn die Niederländische Ostindien-Kompanie (VOC) zu ihrem offiziellen Kartographen. Er starb 1638 in Amsterdam.

Sein Sohn Joan Blaeu (1596–1673) setzte seinen Betrieb fort. Sein 1662 erstmalig erschienener elfbändiger Atlas Maior gehörte zu den aufwendigsten und teuersten europäischen Kartenwerken des 17. Jahrhunderts.

Nach der Vernichtung der Werkstatt im Amsterdamer Brand von 1672 und dem Tode Joan Blaeus im darauffolgenden Jahr wurde der von Willem Blaeu gegründete Verlag 1698 schließlich aufgelöst.

Willem Janszoon Blaeu ist nicht mit dem holländischen Seefahrer Willem Janszoon zu verwechseln, der zur selben Zeit lebte.

(Wikipedia)

Angaben zum Kupferstecher / Verleger:

Tilemann Stella (eigentlich Tilemann Stoltz; * 1525 in Siegen; † 1589 in Wittenberg)

war ein deutscher Renaissance-Gelehrter. Er betätigte sich unter anderem als Bibliothekar, Mathematiker, Geometer, Kartograf und Astronom.

Stella studierte in Wittenberg, Marburg und Köln und erschloss sich das dort gelehrte empirischen Wissenschaftsverständnis.

Als Kartograf ist Stella vor allem für die 1560 veröffentlichte Übersichtskarte von Deutschland bekannt. Daneben führte er in verschiedenen Staaten Landesaufnahmen durch, so ab 1552 in Mecklenburg, 1557–1560 in der Grafschaft Mansfeld und 1563/64 im Herzogtum Pfalz-Zweibrücken. Überliefert ist außerdem die Beteiligung an Atlaswerken und eine Karte des biblischen Palästinas.

Die Anlage von Wasserstraßen prägte neben der Kartografie das Berufsleben Stellas wesentlich, ab 1565 leitet er für zwei etwa Jahrzehnte die Anlage eines Kanals zwischen Elde und Elbe und des heutigen Störkanals.

(Wikipedia)