Schenk, Pieter : Accurate Geographische Charte der Graeflichen Stolbergl. Aemter (1750)

 

Original Kupferstich von Pieter Schenk (dem Jüngeren) aus "Neuer Saechsischer Atlas" aus dem Jahre 1750.

Zur Datierung vgl. Wiegand, S. 178 Nr. 49.

Zeigt die Grafschaft Stolberg mit den Ämtern Hohnstein, Hayn, Berenroda, Ebersburg, Wolfsberg, Uftrungen, Roßla und Questenberg in dem Gebiet Nordhausen, Ellrich, Hasselfeld u. Tilleda (Kyffhäuser).

Die Grafschaft Stolberg war ein Territorium des Heiligen Römischen Reichs deutscher Nation. Sie befand sich im Besitz der 1210 erstmals urkundlich erwähnten Grafen zu Stolberg, die mit der Auflösung des Alten Reiches 1806 endgültig ihre Reichsunmittelbarkeit verloren und Standesherren im Königreich Preußen wurden.

Im Gegensatz zur seit 1429 den Grafen zu Stolberg gehörenden Herrschaft Wernigerode im Nordharz war die Grafschaft Stolberg, die ihrerseits nicht über ein einziges Kloster innerhalb ihrer Grenzen verfügte, weniger bedeutend. Aufgrund einer fehlenden Primogeniturordnung kam es 1706 durch innerfamiliäre Streitigkeiten zur Teilung der Grafschaft in die beiden Hälften Stolberg-Stolberg und Stollberg-Rossla. Nach weiteren internen Auseinandersetzungen insbesondere um das Amt Hohnstein wurde diese Teilung 1719 nochmals modifiziert. So entstanden die beiden Grafschaften Stolberg-Stolberg und Stolberg-Roßla.

Bei den beiden Grafschaften handelte es sich um Kleinstgebilde. Während die Grafschaft Stolberg-Stolberg 5.524 Einwohner und 617 Häuser umfasste, lebten in der größeren Grafschaft Stollberg-Rossla 9.260 Einwohner in 1476 Häuser.

Das gezeigte Gebiet liegt im Unterharz in den heutigen Landkreisen Nordhausen und Mansfeld-Südharz.

Links unten ornamentale Titelkartusche "Accurate Geographische Charte der Graeflichen Stolbergl. Aemter, als Hohnstein, Stolberg, Hayn, Berenroda, Ebersburg, Wolfsberg, Ufftrungen, Rosla, und Questenb. nebst unterschiedliche angräntzenden : mit Königl. und Churfurstel. Sächsl. Privilegio".

Oben links detaillierte Erklärungen (z. B. Postwechsel, Kirchenzugehörigkeit, Gasthöfe etc.).

Rechts und links Ortsregister mit Suchnetz neben der Karte (rechts: Grafschaft Stolberg; links: Grafschaft Stollberg-Rossla).

Unten mittig Meilenanzeiger (gemeine Teutsche Meile).

Sehr dekorative, detallierte und informative Karte.

Vgl.
Wiegand, Peter: Bella cartographica. Die Grafen von Schönburg, Peter Schenks 'Atlas Saxonicus Novus' und die Karten der Zürnerschule. In: Neues Archiv für sächsische Geschichte 78 (2007), S. 123-188 (S. 178, Nr. 49)
Hans BESCHORNER, Einige Bemerkungen zu dem sogenannten Schenkschen Atlas, in: Neues Archiv für Sächsische Geschichte 24, 1903, S. 327-335 PDF
Brückner, Jörg : Zwischen Reichsstandschaft und Standesherrschaft. Die Grafen zu Stolberg und ihr Verhältnis zu den Landgrafen von Thüringen und späteren Herzögen, Kurfürsten bzw. Königen von Sachsen (1210-1815), Verlag Janos Stekovics 2005
Siehe auch: Homann's Erben : Comitatus Stolbergici ad Hercyniam (1736)


Angaben zur Landkarte im Überblick:

Verleger / Kupferstecher: Schenk, Pieter *1698-1775*

Maßstab : [Ca. 1:90.000]

Erschienen: Amsterdam : P. Schenk, [ca. 1750]

Anmerkungen : Original Kupferstich

Größe der Abbildung : 60 x 48 cm

Größe des Blattes: 68 x 54,5 cm

Zustand : sehr gut und dekorativ

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Vergrößerung - Rückseite - Darstellung in höherer Auflösung

Angaben zum Kupferstecher / Verleger:

PETER SCHENCK D. A. (auch: Schenk & Pieter, Petrus) * 26.12.166o in Elberfeld (Wuppertal); + 1718/19 in Amsterdam

Kartenstecher, Verleger

Peter Schenck, von deutscher Herkunft, lernte in Amsterdam bei dem Kupferstecher und Kunsthändler Gerard Valck, mit dem er dann jahrelang zusammenarbeitete und dessen Tochter er heiratete. Sie erhielten das Privileg, einen Atlas herauszugeben und vollendeten das zweibändige Werk unter teilweiser Verwendung von Platten Blaeus im Jahre 1683. Selbständig, dann auch unter Mithilfe seines Sohnes, schuf Schenck die Karten- und Ansichtenbände »Atlas contractus« (um 1700), »Hecatompolis« (1702), »Le Theatre de Mars« (1706) und andere. Er bereiste Deutschland mehrfach und war in den Jahren 1700-1711 regelmäßig auf der Leipziger Messe vertreten. Obwohl er persönlich sehr schaffensfreudig war, sind später viele der Blätter, die ihn nur als Verleger nennen, von Mitarbeitern in seiner umfangreichen Werkstatt geschaffen worden.

Sein graphisches Lebenswerk, das auch Bildnisse, galante Szenen und biblische Darstellungen, meist in Schabkunstmanier, umfasste, wurde von seinem ebenfalls schöpferischen Sohn fortgeführt.

(Hans Herms)

 

Peter Schenk der Jüngere (* 1698 ; † 1775 )

war ein deutscher Kupferstecher und Kartenverleger.

Auch Peter Schenck jun. veröffentlichte Karten und Atlanten (Kriegsatlas, 1735; Atlas von Sachsen, 1752).