Homann's Erben : Mark Brandenburg und das Herzogthum Pommern (1780)

Original Kupferstich von Franz Ludwig Güssefeld, gestochen von I. M. Schmidt, erschienen bei Homanns Erben im Jahre 1780.

Die detaillierte Karte zeigt die Mark Brandenburg und das Herzogtum Pommern zur Zeit Friedrichs des Großen, wenige Jahre nach der ersten Teilung Polens im Jahre 1772. Das Gebiet erstreckt sich von Schwerin / Rostock / Rügen (NW) über Danzig (NO) und Sagan / Sorau (SO) bis Torgau / Wittenberg / Magdeburg (SW). Im Zentrum Berlin.

Die dekorative Titelkartusche mit Königsportrait rechts mittig "Der nördliche Theil des Obersächsischen Kreises oder die Mark Brandenburg und das Herzogthum Pommern / aufs neue entworfen durch F. L. G. und ans Licht gestellet von den Homann. Erben. 1780 / Mit Kaiserl. Allergn. Privilegio.".

Darunter Legende "Nachricht" der verzeichneten Kreise.

Oben links Legende zu den Ortschaften. Darunter Meilenanzeiger (6 cm = 7 Geographische Meilen 15 auf einen Grad des Aequators, 5,85 cm = 9 Stundenwegs 20 auf einen Grad, 6,5 cm = 6 Grosse Meilen 12 auf einen Grad, 4,4 cm = 10000 Rheinlaendische Ruhten = 5 Maerkische Meilen).

Nullmeridian: Ferro (s. unten links "Der erste Mittagskreis ist 20 Grad westl. von Paris gesezt").

Stechervermerk unter dem Rahmen links "I. M. Schmidt sc. Nor.".

Mit Druckprivileg, das kaiserliche Druckprivileg erhielt der Verlag Homann erstmals am 14. Juni 1729.

Zum Druckprivileg vgl. Diefenbacher, S. 261.

Vgl.
SANDLER, C., Johann Baptista Homann, die Homännischen Erben, Matthaeus Seutter und ihre Landkarten. Beiträge zur Geschichte der Kartographie
Markus Heinz, A Programme for Map Publishing: The Homann Firm in the Eighteenth Century. In: Imago Mundi, Vol. 49. (1997), pp. 104-115.
Diefenbacher / Heinz / Bach/ Bach-Damaskinos (Hrsg.), "auserlesene und allerneueste Landkarten". Der Verlag Homann in Nürnberg 1702-1848. Stadtarchiv Nürnberg. Stadtmuseum Fembohaus. Nürnberg 2002.

 

Angaben zur Landkarte im Überblick:

Verleger / Kupferstecher: Güssefeld, Franz Ludwig *1744-1807* ; Homann, ... ; Schmidt, Johann M.

Maßstab : [Ca. 1:850.000]

Erschienen: [Nürnberg] : Homann. Erben, 1780

Anmerkungen : Original Kupferstich

Größe der Abbildung : 57,5 x 46 cm

Größe des Blattes: 62 x 53,5 cm

Zustand : gut und dekorativ

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Vergrößerung - Rückseite - Darstellung in höherer Auflösung

Angaben zum Kupferstecher / Verleger:

Johann Baptist Homann (* 20. März 1664 in Oberkammlach, heute Teil von Kammlach im Landkreis Unterallgäu; † 1. Juli 1724 in Nürnberg) war ein deutscher Kartograph, Verleger und Kupferstecher.

Das Geburtsdatum von Johann Baptist Homann war lange Zeit nicht sicher zu ermitteln. Eine jüngst aufgefundene amtliche Bestätigung, die sein Vater eingeholt hatte, fand sich jüngst im Staatsarchiv Nürnberg. Damit ist das Geburtsdatum 20. März 1664 eindeutig belegt. Homann wurde zunächst in einer Jesuitenschule erzogen, trat aber dann zum Protestantismus über und wurde 1687 Notar in Nürnberg. Bald jedoch wandte er sich dem Kupfer- und Landkartenstich zu.

Im Jahr 1702 gründete er einen Handel und einen Verlag für Kartographie in Nürnberg, der zahlreiche Globen und Karten publizierte. Homann lieferte etwa 200 Karten, darunter den Großen Atlas über die ganze Welt in 126 Blättern (1716) und den Atlas methodicus (1719) in 18 Blättern. Bekannt wurde seine Phantasiekarte accurata tabulae utopiae vom Schlaraffenland nach der fiktiven Reisebeschreibung Johann Andreas Schnebelin. Daneben fertigte er auch Armillarsphären und andere mechanische Kunstwerke.

Homann unterbot die Preise der holländischen und französischen Verleger und wurde im Deutschland des 18. Jahrhunderts der bedeutendste Herausgeber von Landkarten und Atlanten. Seine Karten waren mit reichem künstlerischem Beiwerk sowie historischen und ethnographischen Abbildungen ausgestattet.

Im Jahr 1715 wurde Homann zum Mitglied der Königlichen Akademie der Wissenschaften zu Berlin gewählt und auch zum kaiserlichen Geographen am Hof Karls VI. ernannt.

Er arbeitete sehr eng mit dem schon damals bekannten Nürnberger Kupferstecher Christoph Weigel (1654-1725) zusammen.

Johann Baptist Homann starb am 1. Juli 1724. Sein Unternehmen ging auf seinen Sohn Johann Christoph Homann (1703-1730) über. Er setzte seine beiden Geschäftsführer, Johann Georg Ebersberger (oder Ebersperger) und Johann Michael Franz zu Erben der Handlung ein. Nach seinem Tod wurde das Unternehmen unter dem Namen „Homannsche Erben“ fortgeführt und erlosch erst 1848 mit dem Tod des letzten Besitzers Christoph Franz Fembo.

(Wikipedia)

Angaben zum Kupferstecher / Verleger:

Güssefeld, Franz Ludwig (1744-1808) wurde 1744 in Osterburg in der Altmark geboren; er starb in Weimar im Jahre 1808.

Deutscher Kartograph und Ingenieur, wirkte in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts und Anfang des 19. Jahrhunderts. Er war 1763 bei der Urbarmachung der Netz- und Wartebrüche angestellt und beschäftigte sich mit hydrographischem und topographischem Aufnahmen und mit Landkartenzeichnungen.

1773 erschien die erste Karten von Franz Ludwig Güssefeld im Homännischen Verlag, und ab 1780 wurde der in weimarischen Diensten stehende Mann zur zentralen Figur des Verlages. Bis 1802 zeichnete er 89 oder ca. 85 % der neu erschienenen Karten des Unternehmens. Güssefelds Karten waren auf dem Niveau der Zeit und erfreuten sich meist positiver Kritiken in den kartographischen Fachzeitschriften, die in dieser Zeit erstmals auf den Markt kamen. Dazu wertete er alle wesentlichen Quellen aus und folgte ähnlichen Qualitätsansprüchen wie zu Zeiten der Kosmographischen Gesellschaft. Seine Voraussetzungen waren aber schon deutlich besser als in der Mitte des Jahrhunderts, da inzwischen verstärkt Territorien vermessen, Koordinaten bestimmt und Landesbeschreibungen veröffentlicht worden waren. Er selbst hatte eine Ausbildung im Vermessungswesen erhalten und konnte sicherlich nicht zuletzt deshalb den mittlerweile gestiegenen Ansprüchen an die Lagerichtigkeit in den Karten entsprechen. Mit den Karten Güssefelds erreichte die Homännische Offizin - wie sie oft genannt wurde - ihre letzte Blüte. (Markus Heinz)