Münster , Sebastian / Ptolemaeus , Claudius : Nigra Sylva XI Nova Tabula (1552)

 

Originaler Holzschnitt aus der " Geographiae Claudii Ptolemaei Alexandrini " von Sebastian Münster, verlegt bei Heinrich Petri in Basel im Jahre 1552.

Zur Datierung vgl. Ruland S.97 f., R60 (Tabelle am Ende der Abhandlung). Hantzsch LXXX. Burmeister S. XVI

Die gesüdete Karte zeigt den Schwarzwald und Umgebung. Das Gebiet wird begrenzt durch Blaubeuren / Biberach / Bad Wurzach (O), Bodensee / Rhein (S), Basel (SW), Rhein (W) und Straßburg / Achern (N).

Der Kopftitel über der Abbildung "Nigra Sylva XI Nova Tabula" .

Unten links Meilenanzeiger (Gemein Tütsch meilen). Mit Maß- oder Gradleiste (?) am Rand.

Auf der Rückseite erläuternder Text in lateinischer Sprache " Nigrae Sev Martianae Sylvae Tabvla, quae in Brisgoiam usque extenditur" mit hübschem Initial "H".

Vgl.
Hantzsch, Viktor: Sebastian Münster – Leben, Werk, wissenschaftliche Bedeutung . Leipzig 1898 PDF
Stadt Ingelheim (Hrg.): Sebastian Münster. Katalog zur Ausstellung aus Anlaß des 500. Geburtstages am 20. Januar 1988 im Museum – Altes Rathaus Ingelheim am Rhein. 
Karol Buczek, Ein Beitrag zur Entstehungsgeschichte der "Kosmographie" von Sebastian Münster; In: Imago Mundi, Vol. 1. (1935), pp. 35-40
Harold L. Ruland, A Survey of the Double-Page Maps in Thirty-Five Editions of the "Comographia Universalis" 1544-1628 of Sebastian Münster and in His Editions of Ptolemy's "Geographia" 1540-1552, Imago Mundi, Vol. 16. (1962), pp. 84-97.
BURMEISTER, KARL HEINZ: Sebastian Münster - Versuch eines biographischen Gesamtbildes. Basler Beiträge zur Geschichtswissenschaft, Band 91, Basel und Stuttgart 1963

Eine vollständige Liste der Ptolemaeus-Ausgaben enthält:
- Moreland, Carl; Bannister, David: Antique Maps, Phaidon Inc Ltd, 1993, Appendix A http://www.antiquemaps.co.uk/book/introduction.asp sowie
- Tooley, R. V.: MAPS AND MAP-MAKERS, Batsford, 1987 , S. 6-8
- siehe auch: Bagrow , Leo, und R. A. Skelton: Meister der Kartographie , S. 518

Eine vollständige Ausgabe (1552) der Cosmographie von Sebastian Münster findet man bei der Biblioteca Nacional Digital (Portugal) im JPG- und PDF-Format
http://purl.pt/13845
Eine vollständige, digitalisierte Ausgabe (deutsch - 1550) der Cosmographei von Sebastian Münster findet man beim Seminar für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Universität Köln

 

Angaben zur Landkarte im Überblick:

Verleger / Kupferstecher: Münster, Sebastian *1488-1552* ; Heinrich Petri

Maßstab : [Ca. 1:450.000]

Erschienen: [Basel] : [Heinrich Petri], [1540]

Anmerkungen : Original Holzschnitt

Größe der Abbildung : 1 Kt. : Holzschnitt ; 34 x 26 cm
Blattgröße:

Größe des Blattes: 39,5 x 30,5 cm

Zustand : (hinter Passepartout)

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Vergrößerung - Rückseite - Darstellung in höherer Auflösung

Angaben zum Kupferstecher / Verleger:

Sebastian Münster wurde am 20. Januar 1488 in Ingelheim am Rhein geboren; als sein Vater wird Andreas (Endres) Münster genannt, damals Spitalmeister des dortigen Heiliggeist-Spitals. Nach dem Studium an der Ordenshochschule der Franziskaner in Heidelberg trat er 1505 mit 17 Jahren dem Franziskanerorden bei. Die Ordensoberen schickten den außergewöhnlich sprachbegabten Studenten 1507 zunächst nach Löwen und Freiburg im Breisgau . Während des etwa einjährigen Studienaufenthalts in Freiburg begeisterte ihn sein Lehrer Gregor Reisch , Prior der dortigen Kartause, vor allem für Hebräisch und Geographie . 1509 ging Münster nach Rouffach , wo er Schüler von Konrad Pelikan wurde und sich in Griechisch, Hebräisch, Mathematik , Astronomie und Geographie weiterbildete. Dabei studierte er die Naturwissenschaften bereits nach der Enzyklopädie Margarita Philosophica des Gregor Reisch. Auch die Lektüre „De chorographia“ von Pomponius Mela (1. Jahrhundert) beeinflusste Münster nachhaltig. 1511 folgte er seinem Lehrmeister Pelikan an die Universität Basel und später nach Pforzheim, wo er 1512 zum Priester geweiht wurde. Münster und Pelikan erweiterten ihre Studien auf andere semitische Sprachen, vor allem auf das Aramäische und das Äthiopische . Von 1514 bis 1518 war Münster als Lektor an der Ordenshochschule der Franziskaner in Tübingen tätig, wo er auch seine astrologischen Studien bei dem berühmten Astronom Johannes Stöffler , "Vater der Wissenschaften" genannt, fortsetzte. Ab 1518 lehrte er wieder an der Ordenshochschule in Basel und von 1521 bis 1529 in Heidelberg, wo ihn Kurfürst Ludwig V. dann 1524 als Professor für Hebräisch an die Universität Heidelberg berief. 1529 trat er aus dem Franziskanerorden aus und folgte einem Ruf an die Universität Basel. Dort geriet er in die Religionskämpfe zwischen Katholiken und Protestanten und konvertierte schließlich zum Protestantismus. 1530 heiratete er Anna Selber, die Witwe des Basler Buchdruckers Adam Petri , in dessen Offizin - unter Leitung seines Stiefsohnes Heinrich Petri - sein Hauptwerk, die Cosmographia , später gedruckt werden sollte. 1532 wird seine Tochter Aretia geboren.

Sein Hauptwerk, die weit verbreitete und in viele Sprachen übersetzte Cosmographia , hat Sebastian Münster im Jahr 1544 vorlegen können; es war bei Heinrich Petri in Basel gedruckt und verlegt worden. Zunächst trugen alle Ausgaben von 1544 bis 1548 und von 1615 bis 1628 den lateinischen Haupttitel Cosmographia , während für die Ausgaben von 1550 bis 1614 der deutsche Titel Cosmographei oder Cosmographey benutzt wurde. Die ersten Anregungen zu diesem Werk erhielt Münster bereits 1524 von dem elsässischen Humanisten Beatus Rhenanus . In seiner Vorrede zur Cosmographia betonte Münster, dass er in sechs Büchern "eine Beschreibung der ganzen Welt mit allem, was darinnen ist", geben wolle. Tatsächlich bietet das Werk die Grundlagen aus Geschichte und Geographie, Astronomie und Naturwissenschaften sowie Landes- und Volkskunde nach dem damaligen Wissensstand. Damit legte Münster die erste wissenschaftliche und zugleich allgemeinverständliche Weltbeschreibung in deutscher Sprache vor, an der er mit mehr als 120 "Standespersonen, Gelehrten und Künstlern" in einer Vorbereitungszeit von etwa zwanzig Jahren gearbeitet hatte. Am Ende des Werkes bittet der Verfasser den Leser, wegen etwa vorkommender Fehler oder abweichender Meinungen nicht das ganze Werk abzulehnen, sondern zu bedenken, dass es unmöglich sei, jedermann zu Gefallen zu schreiben. (Wikipedia)

Angaben zum Kupferstecher / Verleger:

Claudius Ptolemaeus (* um 100, vermutlich in Ptolemais Hermii, Ägypten; † um 175, vermutlich in Alexandria, Ägypten), war ein griechischer Mathematiker, Geograph, Astronom, Astrologe, Musiktheoretiker und Philosoph. Ptolemäus wirkte wahrscheinlich in Alexandria (Ägypten).

Ptolemäus schrieb die Mathematike Syntaxis („mathematische Zusammenstellung“), später Megiste Syntaxis („größte Zusammenstellung“), heute Almagest (abgeleitet vom Arabischen al-Majis ? i) genannte Abhandlung zur Mathematik und Astronomie in 13 Büchern. Sie war bis zum Ende des Mittelalters ein Standardwerk der Astronomie und enthielt neben einem ausführlichen Sternenkatalog eine Verfeinerung des von Hipparchos von Nicäa vorgeschlagenen geozentrischen Weltbildes, das später nach ihm Ptolemäisches Weltbild genannt wurde. Damit verwarf er das von Aristarchos von Samos und Seleukos von Seleukia vertretene heliozentrische Weltbild, welches erst 1300 Jahre später durch Nikolaus Kopernikus, Johannes Kepler und Galileo Galilei durchgesetzt werden sollte

Nach Ptolemäus befindet sich die Erde fest im Mittelpunkt des Weltalls. Alle anderen Himmelskörper (Mond, Sonne, Planeten, Sterne) bewegen sich auf als vollkommen angesehenen Kreisbahnen um diesen Mittelpunkt. Um astronomische Beobachtungen mit diesem System in Einklang zu bringen, war es allerdings notwendig, alle Himmelskörper auf ihren Bahnen weitere Kreise um diese Bahn ziehen zu lassen (so genannte Epizykel, siehe Epizykeltheorie), und teilweise auch wieder Bahnen um diese Bahnen. Durch den Einsatz von etwa 80 solcher Bahnen konnte Ptolemäus die Beobachtungen in Einklang mit seinem Modell bringen.

Das ptolemäische Weltbild war in der Genauigkeit seiner Bahnvorhersage auch dem heliozentrischen Weltbild des Nikolaus Kopernikus überlegen, welches (fälschlicherweise) annahm, dass die Planeten die Sonne auf Kreisbahnen umliefen. Erst Keplers Entdeckung, dass die Planeten auf Ellipsen um die Sonne laufen, führte zu einem genaueren Modell und letztendlich zur Annahme eines kopernikanischen Weltbildes. Ptolemaios' Berechnungsmethoden waren äußerst präzise (lange Zeit auch präziser als die Keplerschen) und in ihrer Grundidee als Berechnungsmethode auch richtig, nicht allerdings in ihrer philosophischen Deutung, dass sich alles um die Erde als Mittelpunkt dreht. Der Durchbruch und Erfolg der Keplerschen Berechnungen lag dabei weniger daran, dass die Sonne und nicht mehr die Erde im Mittelpunkt der Bewegungen stand, sondern in der Tatsache, dass Kepler Ellipsenbahnen und keine Kreisbahnen mehr verwendete, was zu einer größeren Übereinstimmung mit den von Tycho Brahe und später Galileo Galilei tatsächlich gemessenen Planetendaten führte.

Ptolemaios war auch der erste nennenswerte Geograph. Er verfasste die Geographia (Geographike Hyphegesis, Explicatio geographica, „geografische Anleitung“), in der er die bekannte Welt und ihre Bewohner aufzeichnete. Als Referenz für die Längengrade (±180°) definierte er den bis in das 19. Jahrhundert verwendeten Ferro-Meridian, seine Definition der Breitengrade ist bis heute gültig (Äquator 0°,Pole ±90°). Außerdem legt er darin seine Hypothese vom unbekannten Südkontinent Terra Australis dar. Ptolemäus war bekannt, dass die Erde eine Kugel ist, und benutzte für seine Karten eine Projektion der Kugelfläche in die Ebene. Allerdings nutzte er Informationen aus zweiter Hand oder Legenden, sodass seine Darstellungen, insbesondere der behandelten Völker, oft ungenau oder sogar irreführend sind. Er befasste sich auch mit den Berechnungen des Erdumfangs von Eratosthenes und Poseidonios. Dabei übernahm er die falschen Ergebnisse des Letzteren, die dann in die allgemein bekannte Literatur übergingen und später auf einen Erdumfang von ca. 17.000 Seemeilen (30.000 km) schließen ließen.

(Wikipedia)