Jode , Gerard de : Franconiae & Saltzbvrgensis Episcopatvs (1578)

 

Original Kupferstich, gestochen von Jan und Lukas van Doetichum, erschienen im "Speculum Orbis Terrarum" von Gerard de Jode im Jahre 1578.

---------- SEHR SELTEN ----------

Zur Datierung vgl. Moreland, Bannister S. 98.

Das schön altkolorierte Blatt zeigt Franken und das Bistum Salzburg . Zwei Karten auf einem Blatt.

Franken
Die Vorlage zu dieser Karte stammt von Sebastian von Rotenhan. Er zeichnete seine Karte Das Francken Landt um 1519.
Peter Apian veröffentlichte sie 1533 als Holzschnitt. Sie erschien auch im "Theatrum Orbis Terrarum" von Abraham Ortelius ab 1570. Auch diese Karte ist in meiner Sammlung zu sehen.

Das Gebiet auf der nach Osten orientierten Karte (Osten ist oben) wird begrenzt durch Bischofsheim an der Rhön (N) , Amberg (SO) , Rothenburg ob der Tauber (S) und Frankfurt (W). Das Zentrum zwischen Bamberg und Würzburg.

Titelkartusche "FRANCONIAE | , seu orientalis | Franciae Typus verus | et elegans" unten links.

Meilenanzeiger unten mittig.

Bistum Salzburg
Die Vorlage zu dieser Karte stammt aus dem Jahre 1551: es ist die (im Original verschollene) in der Offizin von Hans Baumann erschienene Salzburger Landtafel von Markus Setznagel (1520-1580).

Das Gebiet auf der nach Süden orientierten Karte (Süden ist oben) wird begrenzt durch Braunau am Inn (N) , Wolfsberg in Kärnten (O) , Villach (S) und Gerlos (W). Im Zentrum der Pinzgau.

Renaissance-Titelkartusche über der Abbildung "SALTZBVRGENSIS EPISCOPATVS | seu Iuuauiensis dioeceseos Chorographia acuratißima elaborata | ab Marco Setznagel Saltzburgensis | Gerardus de Iode excudebat. ".

Maßstab unten links (Scala milliariorum).

Unten rechts Stechervermerk "Ioannes à Deutecum | Lucas a Deutecum fecerunt . ".

Erläuterungen auf der Rückseite "FRANCONIAE ORIENTALIS ET SALTZBVRGENSIS EPIS." mit hübschem Initial "F" .

Vgl.
Brod, Walter M.: Sebastian von Rotenhan, the Founder of Franconian Cartography; And a Contemporary of Nicholas Copernicus; In: Imago Mundi, Vol. 27. (1975), pp. 9-12.
Moreland, Carl; Bannister, David: Antique Maps, Phaidon Inc Ltd, 1993 http://www.antiquemaps.co.uk/book/introduction.asp

 

Angaben zur Landkarte im Überblick:

Verleger / Kupferstecher: Setznagel, Markus ; Jode, Gerard de ; Doetichum, Jan van *-1600* ; Doetichum, Lucas van

Maßstab : [Ca. 1:480.000] Franken ; [Ca. 1:93.000] Salzburg

Erschienen: [Antwerpen] : [Gerard de Jode], [1578]

Anmerkungen : Original Kupferstich

Größe der Abbildung : 24 x 35 cm (Franken) ; 24 x 29 cm (Salzburg)

Größe des Blattes: Zwei Karten auf einem Blatt
Blattgröße: 52 x 38 cm

Zustand : gut

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Vergrößerung - Rückseite - Darstellung in höherer Auflösung

Ausschnitt Franken-------------------- Ausschnitt Salzburg

Angaben zum Kupferstecher / Verleger:

Jode, Gerard de ((*1509 Nimwegen - +1591 Antwerpen),

war ein bedeutender niederländischer Graphiker, Drucker, Verleger und Kartograph.

Gerard de Jode wird 1547 als Freimeister in die St. Lukasgilde in Antwerpen aufgenommen und erhält 1551 das Druckprivileg. Erst ab 1560 lässt sich seine Tätigkeit verfolgen, datierte Einzelblätter oder Folgen aus den Jahren davor sind nicht bekannt. Ab 1560 gibt De Jode in schneller Folge Karten der wichtigsten Länder heraus, die er zum kleineren Teil selber zeichnet und sticht, aber zum größeren Teil von den Brüdern Johannes und Lucas von Doetechum stechen lässt. 1560 erscheint bei ihm eine verbesserte Neuauflage von Giacomo Castaldis Weltkarte und 1564 die große Weltkarte von Abraham Ortelius, der später sein stärkster Konkurrent wird. Weitere Karten werden 1573 zu einem Atlas (Speculum) zusammengefasst, für den De Jode 1575 das kaiserliche und 1577 das königlich spanische Privileg erhält. Der Atlas „Speculum Orbis Terrarum“ erscheint 1578 mit einem begleitenden Text von Daniel Cellarius und wird 1579 von Christ. Plantin neu herausgeben. Eine Unterabteilung dieses Weltatlanten bildet der "Speculum Totius Germaniae", eine Sammlung von 38 Karten. Als Verleger von Karten gilt De Jode neben Abraham Ortelius wohl mit zu bedeutendsten des 16. Jahrhunderts, gleichwohl er im Gegensatz zu diesem in den folgenden Jahrhunderten fast völlig vergessen wird.
Nach seinem Tod wurde der Verlag von seiner Witwe und seinem Sohn Cornelis (1568 – 1600) weitergeführt.
Nach dem Tod von Cornelis de Jode wurde das Geschäft aufgelöst. Die Druckplatten gingen an Jan Baptist Vrients (1552 – 1610), der bereits die Verlagsrechte von Ortelius Theatrum Orbis Terrarum durch eine Erbschaft erhalten hatte. Er verhinderte weitere Auflagen des Speculum, um den Verkauf des Ortelius-Atlas zu steigern.

Aufgrund der geringen Auflagen ist der Atlas de Jodes heute selten.

 

Angaben zum Kupferstecher / Verleger:

Sebastian Rotenhan ( * um 1478 in Rentweinsdorf (Unterfranken) ; + 1534 in Rentweinsdorf ) ; Ritter und Humanist

Aus Rotenhans Jugend wissen wir, daß er 1493 die Universität Erfurt und 1496 Ingolstadt besuchte. Von 1498-1502 studierte er in Bologna Rechtswissenschaft und erwarb den Doktorgrad.

Nach ausgedehnten Reisen, die ihn bis in den Orient führten, war er für den Kardinalerzbischof Albrecht von Mainz beschäftigt. Er war mit Ulrich von Hütten verwandt. Die Beschreibung seiner Reisen hat sich nicht auffinden lassen. Bekannt ist aber, daß er eine kleine Schrift über die geographischen Namen Deutschlands schuf und 1520 die erste, leider auch verschollene Karte seiner Heimat zeichnete, »Das Francken Landt«, die Peter Apian 1533 in Holzschnitt herausgab. Sie zeigt Mittag (Süden) am oberen Kartenrand. Rotenhan stellte die Karte auch Sebastian Münster für dessen Werke zur Verfügung. Ortelius nahm sie gleich zu Anfang (1570) in sein »Theatrum« auf und manche anderen Kartographen, z. B. Quad, kopierten sie.

(HansHarms)