Homann , Johann Baptist : Protoparchiae Mindelhemensis Nova Tabula Geographica (um 1720)

 

Original Kupferstich von Johann Baptist Homann um ca. 1720.

Zur Datierung der Karte vgl. Sandler, S. 89, Blatt 10. Es ist zu beachten, dass Homann der Titel eines "Kaiserlichen Geographen" am 17. August 1715 verliehen wurde (vgl. Diefenbacher, S. 260).

Zeigt die Herrschaft Mindelheim etwa in der Begrenzung Raunau, Kirchheim, Tussenhausen, Türkheim, Untergermaringen, Irsee, Engetried, Memmingen und Lauben.
Flächenkoloriert hervorgehoben sind die Grenzen der Forstbezirke (Hutungen, Mindelheim, Loppenhausen, Daschberg, Mussenhausen, Dierlewang, Dorshausen, Kirchdorf u. a.).

Prachtvolles Blatt, eine der wenigen Originalkarten Homanns zu Ehren seiner Heimat (1664-1724, geboren in Oberkammlach und in Mindelheim zur Schule gegangen).

Oben links Titelkartusche "Protoparchiae Mindelhemensis Nova Tabula Geographica : Quam Ob singularem erga Patriam Amorem, Perillustri ac Generoso Domino Dno. Maximiliano Antonio L.B. de Zündt, Domino in Kintzingen, Kimpfenhausen, et Harkirchen etc. etc. Sereniß. Elect. Bavariae Camerario, et Consiliario Aulico; nec non Supremo Urbis, et Protoparchiae Mindelh. Praef. et Granario Patrono suo Gratiosißimo submiße dedicat Io. Baptista Homann Sac. Caes. Mai. Geographus torquatus, et Regiae Boruß. Societatis Scientiarum membrum" auf Schriftrolle mit Widmung für Maximilian Anton Freiherr von Zündt. Darüber Putten mit Wappen.

Rechts oben jagdlich-landwirtschaftliche Allegorie.

Darunter Stadtansicht von Mindelheim (12 x 6 cm) "Die Stadt Mindelheim gegen Mitternacht anzusehen" in barocker Umrandung.

Unten Meilenanzeiger (Stunden) mit Windrose.

Hier vorliegend der 1. Zustand der Karte. Ohne Druckprivileg, das kaiserliche Druckprivileg erhielt der Verlag Homann erstmals am 14. Juni 1729.

Zum Druckprivileg vgl. Diefenbacher, S. 261.

Vgl.
SANDLER, C., Johann Baptista Homann, die Homännischen Erben, Matthaeus Seutter und ihre Landkarten. Beiträge zur Geschichte der Kartographie, S. 89, Blatt 10.
Harms, Hans, Künstler des Kartenbildes. Biographien und Porträts. Oldenburg. Ernst Völker. 1962 (Eine Auswahl von Bildnissen europäischer Kartenzeichner, Stecher und Verleger des 16. bis 18. Jahrhunderts mit kurzen Angaben über Leben und Werke), S. 30, Abb. 13
Markus Heinz, A Research Paper on the Copper-Plates of the Maps of J. B. Homann's First World Atlas (1707) and a Method for Identifying Different Copper-Plates of Identical-Looking Maps. In: Imago Mundi, Vol. 45. (1993), pp. 45-58
Markus Heinz, A Programme for Map Publishing: The Homann Firm in the Eighteenth Century. In: Imago Mundi, Vol. 49. (1997), pp. 104-115.
Diefenbacher / Heinz / Bach/ Bach-Damaskinos (Hrsg.), "auserlesene und allerneueste Landkarten". Der Verlag Homann in Nürnberg 1702-1848. Stadtarchiv Nürnberg. Stadtmuseum Fembohaus. Nürnberg 2002.

 

Angaben zur Landkarte im Überblick:

Verleger / Kupferstecher: Homann, Johann Baptist

Maßstab : [Ca. 1:40.000]

Erschienen: Norimbergae//Nürnberg, s.a. [zwischen 1716 u. 1724]

Anmerkungen : Original Kupferstich

Größe der Abbildung : 57,5 x 48 cm

Größe des Blattes:60,5 x 52 cm

Zustand : sehr gut und dekorativ

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Vergrößerung - Rückseite - Darstellung in höherer Auflösung

Angaben zum Kupferstecher / Verleger:

Johann Baptist Homann (* 20. März 1664 in Oberkammlach, heute Teil von Kammlach im Landkreis Unterallgäu; † 1. Juli 1724 in Nürnberg) war ein deutscher Kartograph, Verleger und Kupferstecher.

Das Geburtsdatum von Johann Baptist Homann war lange Zeit nicht sicher zu ermitteln. Eine jüngst aufgefundene amtliche Bestätigung, die sein Vater eingeholt hatte, fand sich jüngst im Staatsarchiv Nürnberg. Damit ist das Geburtsdatum 20. März 1664 eindeutig belegt. Homann wurde zunächst in einer Jesuitenschule erzogen, trat aber dann zum Protestantismus über und wurde 1687 Notar in Nürnberg. Bald jedoch wandte er sich dem Kupfer- und Landkartenstich zu.

Im Jahr 1702 gründete er einen Handel und einen Verlag für Kartographie in Nürnberg, der zahlreiche Globen und Karten publizierte. Homann lieferte etwa 200 Karten, darunter den Großen Atlas über die ganze Welt in 126 Blättern (1716) und den Atlas methodicus (1719) in 18 Blättern. Bekannt wurde seine Phantasiekarte accurata tabulae utopiae vom Schlaraffenland nach der fiktiven Reisebeschreibung Johann Andreas Schnebelin. Daneben fertigte er auch Armillarsphären und andere mechanische Kunstwerke.

Homann unterbot die Preise der holländischen und französischen Verleger und wurde im Deutschland des 18. Jahrhunderts der bedeutendste Herausgeber von Landkarten und Atlanten. Seine Karten waren mit reichem künstlerischem Beiwerk sowie historischen und ethnographischen Abbildungen ausgestattet.

Im Jahr 1715 wurde Homann zum Mitglied der Königlichen Akademie der Wissenschaften zu Berlin gewählt und auch zum kaiserlichen Geographen am Hof Karls VI. ernannt.

Er arbeitete sehr eng mit dem schon damals bekannten Nürnberger Kupferstecher Christoph Weigel (1654-1725) zusammen.

Johann Baptist Homann starb am 1. Juli 1724. Sein Unternehmen ging auf seinen Sohn Johann Christoph Homann (1703-1730) über. Er setzte seine beiden Geschäftsführer, Johann Georg Ebersberger (oder Ebersperger) und Johann Michael Franz zu Erben der Handlung ein. Nach seinem Tod wurde das Unternehmen unter dem Namen „Homannsche Erben“ fortgeführt und erlosch erst 1848 mit dem Tod des letzten Besitzers Christoph Franz Fembo.

(Wikipedia)