Hondius, Judocus: Nassovia Comitatus (1630)

 

Original Kupferstich von Judocus Hondius nach Gerard Mercator, verlegt im Jahre 1630 im Atlas Minor bei Eberhard Cloppenburgh in Amsterdam.
Diese erste der sogenannten "Cloppenburgh" Ausgaben war sehr erfolgreich, sie wies gegenüber dem 1607 bei Hondius verlegten Atlas Minor neu gestochene Karten in größerem Format auf. Die meisten dieser Karten wurden von Pieter van den Keere gestochen.

Zur Datierung vgl. Keuning S. 56.

Zeigt die Grafschaft Nassau mit Randgebieten bis Koblenz, Siegen, Gießen, Wiesbaden mit dem gesamten Taunus.

Oben links Titelkartusche "Nassovia Comitatus".

Über der Abbildung Nebentitel "Description de la Comte de Nassou", Seitenangabe 29.

Unten links Angabe des Kartographen "Judocus Hondius Auctore".

Rechts unten Meilenanzeiger (Milliaria Germanica comm).

Vgl.
J. Keuning, The History of an Atlas: Mercator. Hondius. In: Imago Mundi , Vol. 4, 1947 (1947), pp. 37-62
J. Keuning, Jodocus Hondius Jr. In: Imago Mundi, Vol. 5. (1948), pp. 63-71.
Hostert 6. van der Krogt, Koeman's Atlantes Neerlandici, Vol. I, 2385.1A.2.1.114.

 

Angaben zur Landkarte im Überblick:

Verleger / Kupferstecher: Hondius, Jodocus ; Cloppenburgh, Eberhard ; Mercator, Gerhardus

Maßstab : [Ca. 1:640.000]

Erschienen: [Amsterodami]//Amsterdam : [Sumptibus Johannis Cloppenburgij], [1630]

Anmerkungen : Original Kupferstich

Größe der Abbildung : 25 x 17 cm

Größe des Blattes: 28,5 x 21,5 cm

Zustand : sehr gut

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Vergrößerung - Rückseite - Darstellung in höherer Auflösung

Angaben zum Kupferstecher / Verleger:

Jodocus Hondius, (eigentlich Josse de Hondt; * 1563 in Wakken, Flandern; † 1612 in Amsterdam) war ein flämischer Kartograph und Verleger.

Hondius wurde als Sohn von Olivier de Hondt und Petronella d'Havertuyn im flandrischen Wakken geboren. Noch in seiner frühesten Jugend zog die Familie nach Gent, wo Jodocus im Alter von acht Jahren eine Lehre als Kupferstecher begann.

Im Jahr 1584 floh Jodocus nach London, um den religiösen Wirren in Flandern im Zuge des Freiheitskampfs der Niederlande zu entkommen. In London lernte er bei Richard Hakluyt und Edward Wright, bevor er 1593 nach Amsterdam ging und sich dort auf die Produktion von Karten und Globen spezialisierte. 1600 fertigte er einen Himmelsglobus an, der zwölf neue Sternbilder des Südhimmels zeigte, die von dem niederländischen Navigator Pieter Dirkszoon Keyser entdeckt worden waren.

Im Jahr 1604 kaufte Hondius die Druckplatten von Mercators Weltatlas, der zu dieser Zeit an Popularität gegenüber dem Theatrum Orbis Terrarum von Abraham Ortelius zurückgefallen war. Hondius fügte ungefähr vierzig eigene Karten hinzu und veröffentlichte diese erweiterte Ausgabe ab 1606 unter dem Namen Mercators und seinem eigenen als Verleger. Dieser Atlas, der in mehreren Auflagen erschien, wird heute als Mercator-Hondius Atlas bezeichnet.

Kurz vor Hondius' Tod heiratete seine Tochter Elisabeth den niederländischen Verleger Jan Jansson. Hondius' Verlag wurde nach 1612 von seiner Witwe und seinen Söhnen Jodocus II und Henricus weitergeführt. Ab 1633 war Jan Jansson als Geschäftspartner und Mitverleger an der weiteren Veröffentlichung des Atlas beteiligt. (Wikipedia)

Angaben zum Kupferstecher / Verleger:

Gerhard Kremer, eines armen Schuhmachers Sohn, erhielt den ersten Unterricht in Gangelt an der heutigen deutsch-niederländischen Grenze, dem Wohnsitz seiner Eltern, und später in Herzogenbusch. 1530 begann er mit dem Studium der Philosophie, dann der Mathematik, Astronomie und Kosmographie in Löwen. Der nur vier Jahre ältere Gemma Frisius war sein Lehrer. 1538 schuf er seine erste Weltkarte in Doppelherzprojektion nach 0. Finé. 1540 folgte die Karte von Flandern (4 Bl. zs. 95x123 cm), die im Museum Plantin-Moretus in Antwerpen gezeigt wird. Im gleichen Jahre veröffentlichte er die kleine, erfolgreiche Abhandlung, in der er sich für die Anwendung der Antiqua- und Kursivschrift auf Karten einsetzt. 1541 erschien der erste seiner zahlreichen Erd- und Himmelsgloben. Im März 1552 ließ er sich in Duisburg nieder, wo bald darauf die bedeutende Karte von Europa herauskam (15 Bl., Kupferstich, gesamt 120 x 147 cm). 1569 im August übergab er dann seine berühmte Weltkarte der Öffentlichkeit, die für Seefahrer bestimmt war und deren Projektion noch heute angewendet wird. Schließlich, nach einer Ptolemäus-Ausgabe (Köln 1578-1584). bereitete er nur noch seinen großen Atlas vor, dessen vollständiges Erscheinen er aber nicht erlebte (1595).

(Hans Harms)