Blaeu: Waldeck Comitatus (1635)

 

Original altkolorierter Kupferstich verlegt bei Blaeu aus dem Jahre 1635.

Zur Datierung vgl. Keuning Nr. 127. Die Karte erschien erstmals im Jahre 1634 in der deutschen Ausgabe des Blaeu-Atlas.

Die dekorative Landkarte in herrlichem Altkolorit zeigt das Fürstentum Waldeck zwischen Warburg, Fritzlar, Frankenberg und Meschede.

Links oben Titelkartusche "Waldeck Comitatus".

Links unten Meilenzeiger (Milliaria Germanica communia) in figürlicher Kartusche mit Putti und Gerätschaften zur Feldmeßkunst.

Rechts unten Druckvermerk "Amsterdami Apud Guiljelmum Blaeu ".

Auf der Rückseite die Seite 42 der lateinischen Ausgabe des Atlanten von Blaeu mit der Überschrift "Waldeckia Comitatus" mit hübschem Initial "Q".

"Die Hauptstadt des Landes ist Waldeck, das dem ganzen Land seinen Namen gab. Es besitzt ein schönes Schloss, das von der Eder umflossen wird. Korbach ist eine uralte, gut befestigte Stadt, die als Rechsstadt mit verschiedenen Privilegien ausgestattet war, doch mit Graf Heinrich dem Eisernen von Waldeck in Fehde lag und von diesem 1366 erobert und unterjocht wurde. Heute ist Waldeck in eine Altstadt und eine Neustadt unterteilt. "

Vgl.
Van der Krogt, Peter (Hrsg.): Atlas Maior - Germania, Austria et Helvetia, 2 vol., Taschen, Köln 2006, (Nachdruck eines Originalexemplars der Österreichischen Nationalbibliothek, Wien. S. 276 - 279
Johannes Keuning, Blaeu's „Atlas“; In: Imago Mundi, Vol. 14. (1959), pp. 74-89; hier S. 79, Nr. 127

Einen nahezu vollständigen Band I des Atlas Maior (1662) "Europa-Germania-Germania Inferior" von Joan Blaeu findet man online bei der Bibliothek der University of California, Los Angeles (UCLA) im JPG-Format (150 dpi) http://www.library.ucla.edu/yrl/reference/maps/blaeu/index.htm#

 

Angaben zur Landkarte im Überblick:

Verleger / Kupferstecher: Blaeu, Willem Janszoon

Maßstab : [Ca. 1:190.000]

Erschienen: Amsterdami//Amsterdam : Guilielmus Blaeu, [1635]

Anmerkungen : Original Kupferstich

Größe der Abbildung : 50 x 38,5 cm

Größe des Blattes: 64 x 54,5 cm

Zustand : sehr gut

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Vergrößerung - Rückseite - Darstellung in höherer Auflösung

Angaben zum Kupferstecher / Verleger:

Joan Blaeu wurde als Sohn Willem Blaeus, eines Schülers Tycho Brahes 1596 in Alkmaar geboren und kam um 1603 nach Amsterdam, wo sein Vater ein auf die Herstellung von Erdgloben und Karten spezialisiertes Unternehmen gründete. Über die Ausbildung Joan Blaeus ist lediglich überliefert, dass er 1620 einen Doktortitel in Jura erwarb. Über seine Tätigkeit während der nächsten Jahre seines Lebens liegen dagegen keine schriftlichen Zeugnisse vor. Die Nennung seines Namens auf der 1631 erschienenen Edition des Atlantis Appendix lässt jedoch vermuten, dass er sich nach Abschluss seines Studiums am Geschäft seines Vaters beteiligte. 1636 erschien die erste Auflage des Novus Atlas (vollständiger Titel: Theatrum orbis terrarum, sive, Atlas novus), eines Kartenwerkes, deren weitere Bearbeitungen den Ruhm Joan Blaeus als Kartographen begründen sollte.
Beim Tode Willem Blaeus im Jahre 1638 übernahm Joan gemeinsam mit seinem Bruder Cornelis die Leitung des Amsterdamer Unternehmens und wurde gleichzeitig als Nachfolger seines Vaters zum offiziellen Kartographen der Niederländische Ostindien-Kompanie berufen. 1640 erschien eine auf drei Bände erweiterte Ausgabe des Novus Atlas. Nach dem Tode Cornelis' im Jahre 1642 führte Joan das Unternehmen alleine weiter. 1651 wurde er in den Amsterdamer Stadtrat gewählt und war damit der erste Kartograph, der dieses Amt ausfüllte. In den Jahren 1645 und 1654 erschienen weitere Ergänzungsbände zum Novus Atlas. Der vierte Band (1645) enthielt Karten von englischen Grafschaften und mit dem fünften Band (1654) schuf Blaeu den ersten Atlas Schottlands. 1655 schloss Blaeu den Novus Atlas mit einem Kartenband zu den Ländern des Fernen Ostens ab.
Nach der Fertigstellung des Novus Atlas begann Blaeu ein noch ehrgeizigeres Projekt. Auf der Grundlage seiner früheren Karten schuf Blaeu den Atlas Maior, ein zunächst elfbändiges, 1662 erstmalig erschienenes Kartenwerk mit nahezu 600 Karten und insgesamt 3.000 Seiten lateinischem Text. Dieses Kartenwerk sollte die Vorstufe zu einer Kosmografie sein, die Blaeu aber nie realisierte.
Die großformatigen Bände waren auf hochwertigem Papier gedruckt und die Karten mit einer aufwendigen Ornamentik verziert. Auf Wunsch des Käufers konnten die im Original einfarbig gestalteten Karten in Blaeus Werkstatt nachkoloriert werden, was den Wert der einzelnen Bände noch weiter steigerte. Ihr Besitz reflektierte den Reichtum des Käufers und es wird angenommen, dass der Atlas Maior zu den teuersten Publikationen jener Zeit gehörte. Dennoch war dem Werk ein außergewöhnlicher Erfolg beschieden. Spätere Auflagen erschienen in französischer, niederländischer und deutscher Sprache. (Wikipedia)