Blaeu: Westphalia Ducatus (1641)

 

Original Kupferstichkarte von Johannes Michael Gigas, verlegt bei Blaeu im Jahre 1641.

Zur Datierung vgl. Keuning Nr. 31. Die Karte erschien erstmals im Jahre 1630 im Appendix.

Die dekorative Landkarte in herrlichem Altkolorit zeigt das Herzogtum Westfalen. Das Gebiet umfasst das Sauerland mit Meschede im Zentrum und die Städte Hamm, Lippstadt, Warburg, Bad Wildungen, Olpe und Essen

Rechts oben Titelkartusche "Westphalia Ducatus / Auctore Ioh. Gigante, Medico et Mathematico".

Unten rechts Meilenanzeiger (Miliaria Germanica communia, Horae itineris).

Unten links Kartusche mit Verlegerhinweis "Guilielmus Blaeuw excudit".

6 kolorierte Wappen in der Karte.

Auf der Rückseite die Seite Bu der deutschen Ausgabe des Atlanten von Blaeu mit der Überschrift "Hertzogthumb Westphalen" mit hübschem Initial "M".

"Man ist nicht einerley meynung / woher Westphale seinen namen empfange. Etliche meynen / daß sie Vestalia sey genennet worden nach der Göttin Vesta, deren vor alten zeiten von diesen völckern göttliche ehr ist angethan worden. Dannenhero man die Westphalen gleichsam als Vestalen habe geheissen.
Andere sagen / daß sie den nahmen haben daher bekommen / weil ihr landt gegen Occident oder West gelegen."

Vgl.
Van der Krogt, Peter (Hrsg.): Atlas Maior - Germania, Austria et Helvetia, 2 vol., Taschen, Köln 2006, (Nachdruck eines Originalexemplars der Österreichischen Nationalbibliothek, Wien. S. 262
Johannes Keuning, Blaeu's „Atlas“; In: Imago Mundi, Vol. 14. (1959), pp. 74-89; hier: S. 76, Nr. 31

Einen nahezu vollständigen Band I des Atlas Maior (1662) "Europa-Germania-Germania Inferior" von Joan Blaeu findet man online bei der Bibliothek der University of California, Los Angeles (UCLA) im JPG-Format (150 dpi) http://www.library.ucla.edu/yrl/reference/maps/blaeu/index.htm#

 

Angaben zur Landkarte im Überblick:

Verleger / Kupferstecher: Blaeu, Joan *1596-1673* ; Blaeu, Cornelis *1610-1648* ; Blaeu, Willem Janszoon *1571-1638* ; Gigas, Johann Michael *1582-1637*

Maßstab : [Ca. 1:270.000]

Erschienen: [Amsterdam] : [Iohannes et Cornelius Blaeu], [1641]

Anmerkungen : Original Kupferstich

Größe der Abbildung : 49,5 x 38 cm

Größe des Blattes: 60,5 x 51,5 cm

Zustand : sehr gut

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Vergrößerung - Rückseite - Darstellung in höherer Auflösung

Angaben zum Kupferstecher / Verleger:

Willem Janszoon Blaeu (* 1571 in Alkmaar, Niederlande; † 1638 in Amsterdam; auch: Willem Jansz, Guilielmus Janssonius, Willems Jans Zoon, Guilielmus oder G. Blaeu) war ein niederländischer Kartograph.

Blaeu wurde 1571 in Alkmaar geboren. Von 1594 bis 1596 lernte er die Astronomie und Kartographie bei Tycho Brahe. 1600 entdeckte er den veränderlichen Stern P Cygni. Um 1603 ließ er sich in Amsterdam nieder, wo er anfing, Erdgloben anzufertigen. Schon bald stellte er auch Land- und Seekarten her, darunter 1605 eine Weltkarte. Im Jahr 1633 ernannte ihn die Niederländische Ostindien-Kompanie (VOC) zu ihrem offiziellen Kartographen. Er starb 1638 in Amsterdam.

Sein Sohn Joan Blaeu (1596–1673) setzte seinen Betrieb fort. Sein 1662 erstmalig erschienener elfbändiger Atlas Maior gehörte zu den aufwendigsten und teuersten europäischen Kartenwerken des 17. Jahrhunderts.

Nach der Vernichtung der Werkstatt im Amsterdamer Brand von 1672 und dem Tode Joan Blaeus im darauffolgenden Jahr wurde der von Willem Blaeu gegründete Verlag 1698 schließlich aufgelöst.

Willem Janszoon Blaeu ist nicht mit dem holländischen Seefahrer Willem Janszoon zu verwechseln, der zur selben Zeit lebte.

(Wikipedia)

Angaben zum Kupferstecher / Verleger:

Johannes Michael Gigas (1582 – 1637), Arzt, Lehrer und Kartograf

Johannes Michael Gigas wurde 1582 in Lügde in Westfalen geboren. Er studierte in Helmstedt, Wittenberg und Basel. Er heiratete am 25.9.1603 Maria von Dorsten im Alter von 21 Jahren. Am 25.9.1603 bekam er in Basel seinem Doktortitel in Medizin, für eine Abhandlung über die Ruhr. Er wurde Lehrer an der hohen Schule in Steinfurt. Hier lehrte Johannes Mathematik und Medizin und bekam die Erlaubnis, eine Apotheke einzurichten.

Er entwickelte eine Methode zur Landvermessung und stellte als erster maßstabsgetreue Karten her. Sein HANDBUCH DER WELTKUGEL "ENCHIDRION SPHAERICUM" wurde im Jahre 1615 in Hanau herausgegeben. Als Gigas in Münster für den Fürstbischof arbeitete, trat er zum katholischen Glauben über. Seine Schaukarte über das Fürstentum Münster wurde 1616 hier bei Lambert Raesfeld herausgegeben. Sein Kölner Atlas PRODROMUS GEOGRAPHICUS enthält 9 Karten und wurde 1620 herausgegeben. Johannes Gigas starb 1637 in Münster/ Westfalen.