Blaeu: Archiepiscopatus Trevirensis (1641)

 

Original Kupferstich von Blaeu aus dem Jahre 1641.

Zur Datierung vgl. Keuning Nr. 257. Die Karte erschien erstmals im Jahre 1640 im Blaeu-Atlas.

Die Karte zeigt das Erzbistum Trier mit dem Gebiet zwischen Limburg, Nassau, Mainz, St. Wendel und Luxemburg. Die Gebirge, Flüsse, Seen und größere Städte sind hervorgehoben. Besonders der Flußverlauf der Mosel ist nahezu geographisch genau dargestellt.

Die Städte und Teile der Kartusche sind teilweise goldgehöht.

Unten rechts prachtvolle Rollwerktitelkartusche "Archiepiscopatus Trevirensis" mit dem Wappen des Erzbistums Trier.

Rechts daneben dekorative Darstellung eines Trierer Kurfürsten im hermelinbesetzten Purpurmantel und Kurfürstenhut.

Links unten Meilenzeigerkartusche (Milliaria Germanica communia, Milliaria Gallica communia), darüber Druckvermerk: "Joh. et Cornelius Blaeu exc.".

Sechs kolorierte Wappen der angrenzenden Herrschaften in der Karte.

Auf der Rückseite die Seiten 70 und 73 der deutschen Ausgabe des Atlanten von Blaeu mit der Überschrift "Das Ertzbischthumb Trier " mit hübschem Initial "D".

"Dies ist ein Land, in dem man Warmwasserbäder findet, die sich gut zur Heilung von Kranken eignen, doch es ist rau und bergig, allerdings bringt es genügend Wasser hervor, ausgenommen in den Bergen, wo nur Hafer wächst. Auf einigen gut kultivierten Flächen sieht man Melonen, Gurken und ähnliche Früchte. Das nahe an der Mosel und Rhein gelegene Land ist am fruchtbarsten. Es gibt reiche Minen, doch der Hauptverdienst der Bewohner beruht auf dem Vieh, das es in großen Mengen gibt, sowie auf Milch, Honig und Wachs. Im Ulmer See wimmelt es von schönen Fischen, die bis zu 30 Fuss lang werden können. ".

Vgl.
Van der Krogt, Peter (Hrsg.): Atlas Maior - Germania, Austria et Helvetia, 2 vol., Taschen, Köln 2006, (Nachdruck eines Originalexemplars der Österreichischen Nationalbibliothek, Wien. S. 286 - 287
Fritz Hellwig und Kristine Werner: Mittelrhein und Moselland im Bild alter Karten. Katalog zur Ausstellung des Landeshauptarchivs Koblenz 1985. Koblenz, Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz, 1985. S. 63 und 105 (Nr. 39)
Niewodniczanski, Thomas, Ausstellungskatalog Imago Germaniae, Deutschland und die Eifel in Karten aus sechs Jahrhunderten : aus der Collection Niewodniczanski ; Katalog zur Ausstellung in der Kreissparkasse Prüm vom 29.03. - 30.04.1998 , S. 33 Nr. 68
Johannes Keuning, Blaeu's „Atlas“; In: Imago Mundi, Vol. 14. (1959), pp. 74-89; hier: S. 83, Nr. 257

Einen nahezu vollständigen Band I des Atlas Maior (1662) "Europa-Germania-Germania Inferior" von Joan Blaeu findet man online bei der Bibliothek der University of California, Los Angeles (UCLA) im JPG-Format (150 dpi) http://www.library.ucla.edu/yrl/reference/maps/blaeu/index.htm#

 

Angaben zur Landkarte im Überblick:

Verleger / Kupferstecher: Blaeu, Willem Janszoon

Maßstab : [Ca. 1:370.000]

Erschienen: [Amsterdam], [1641]

Anmerkungen : Original Kupferstich

Größe der Abbildung : 50 x 41 cm

Größe des Blattes: 61,5 x 52 cm

Zustand : sehr gut (geringfügige Randläsuren)

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Vergrößerung - Rückseite - Darstellung in höherer Auflösung

Angaben zum Kupferstecher / Verleger:

Willem Janszoon Blaeu (* 1571 in Alkmaar, Niederlande; † 1638 in Amsterdam; auch: Willem Jansz, Guilielmus Janssonius, Willems Jans Zoon, Guilielmus oder G. Blaeu) war ein niederländischer Kartograph.

Blaeu wurde 1571 in Alkmaar geboren. Von 1594 bis 1596 lernte er die Astronomie und Kartographie bei Tycho Brahe. 1600 entdeckte er den veränderlichen Stern P Cygni. Um 1603 ließ er sich in Amsterdam nieder, wo er anfing, Erdgloben anzufertigen. Schon bald stellte er auch Land- und Seekarten her, darunter 1605 eine Weltkarte. Im Jahr 1633 ernannte ihn die Niederländische Ostindien-Kompanie (VOC) zu ihrem offiziellen Kartographen. Er starb 1638 in Amsterdam.

Sein Sohn Joan Blaeu (1596–1673) setzte seinen Betrieb fort. Sein 1662 erstmalig erschienener elfbändiger Atlas Maior gehörte zu den aufwendigsten und teuersten europäischen Kartenwerken des 17. Jahrhunderts.

Nach der Vernichtung der Werkstatt im Amsterdamer Brand von 1672 und dem Tode Joan Blaeus im darauffolgenden Jahr wurde der von Willem Blaeu gegründete Verlag 1698 schließlich aufgelöst.

Willem Janszoon Blaeu ist nicht mit dem holländischen Seefahrer Willem Janszoon zu verwechseln, der zur selben Zeit lebte.

(Wikipedia)