Seutter , Matthäus : Trevirensis Archi-Episcopatus (1745)

 

Original Kupferstich von Matthäus Seutter aus dem Jahre 1745, gestochen von Georg Matthäus Seutter (Sohn des Matthäus Seutter), verlegt bei August Vindel in Augsburg.

Zur Datierung der Karte vgl. Grenacher, S. 98.

Dekorative, altkolorierte Karte des Erzbistums Trier: das Gebiet zwischen Düren, Siegen, Dillenburg, Oppenheim, Mainz und Echternach.

Unten in der Mitte große, unkolorierte Titelkartusche "Trevirensis Archi-Episcopatus et Electoratus : iuxta omnes suas Praefecturas cum confini tractu Eyfaliae / recentissime et accuratissime delineat. per M. Seutter S. C. Mai. Geogr.", umgeben von zwei Flußgottheiten, Bacchus (?), einem kleinen Pan und zwei Putti, die das Wappen des Erzbistums Trier und die Insignien des Erzbischofs (Bischofshut, Schwert und Bischofsstab) tragen. Im Hintergrund Weinberge.

Rechts in der Ecke Legende, unter der Kartusche Meilenzeiger (Milliaria Gallica sive Horae itineris, Milliaria Germanica sive Geometrica). Gradnetz. Links oben Windrose.

Links unten Stechervermerk "G. Matth. Seutter jun. sculps.".

Links unterhalb der Darstellung Druckprivileg: "Cum Gratia et Privil. S.R.I. Vicariatus, in partib(us) Rheni, Sveviae, et Juris Franconici", welches 1741 verliehen wurde.

Zum Druckprivileg vgl. Ritter, Der Verlag Matthäus Seutter ..., S. 188.

Vgl.
Fritz Hellwig und Kristine Werner: Mittelrhein und Moselland im Bild alter Karten. Katalog zur Ausstellung des Landeshauptarchivs Koblenz 1985. Koblenz, Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz, 1985, Nr. 91.
Vgl. SANDLER, C., Johann Baptista Homann, die Homännischen Erben, Matthaeus Seutter und ihre Landkarten. Beiträge zur Geschichte der Kartographie, S. 9 Nr. 103
Franz Grenacher, Guide to the Cartographic History of the Imperial City of Augsburg. In: Imago Mundi, Vol. 22. (1968), pp. 85-106;
Michael Ritter, Seutter, Probst and Lotter: An Eighteenth-Century Map Publishing House in Germany. In: Imago Mundi , Vol. 53, 2001 (2001), pp. 130-135
Michael Ritter, Der Verlag Matthäus Seutter in Augsburg und andere Konkurrenten im Deutschen Reich im 18. Jahrhundert. In: Diefenbacher / Heinz / Bach/ Bach-Damaskinos (Hrsg.), "auserlesene und allerneueste Landkarten". Der Verlag Homann in Nürnberg 1702-1848. Stadtarchiv Nürnberg. Stadtmuseum Fembohaus. Nürnberg 2002.

 

Angaben zur Landkarte im Überblick:

Verleger / Kupferstecher: Seutter, Matthäus

Maßstab : [Ca. 1:310.000]

Erschienen: Aug.Vind.//Augsburg//, s.a. [ca. 1745]

Anmerkungen : Original Kupferstich

Größe der Abbildung : 57 x 49 cm

Größe des Blattes: 63,5 x 52,5 cm

Zustand : sehr gut und dekorativ

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Vergrößerung - Rückseite - Darstellung in höherer Auflösung

Angaben zum Kupferstecher / Verleger:

Matthäus Seutter (auch: Matthias Seutter) (* 1685 in Augsburg; † 1757)

ist der Gründer der Druckerei und des Verlages Seutter.

Er wurde als Sohn eines Goldschmieds geboren. 1697 begann er eine Lehre bei Johann Baptist Homann in Nürnberg. In seine Heimatstadt Augsburg zurückgekehrt, arbeitete er zunächst im Verlag von Jeremias Wolff (1663-1724) und gründete um 1710 ein eigenes Unternehmen mit Druckerei und Verlag.

Dort produzierte er in großer Zahl Landkarten, Globen und Atlanten. Indem er das Erfolgskonzept seines Lehrmeisters Homann kopierte, stieg er schon bald zu dessen größtem Konkurrenten auf. Bei Seutter erschienen allerdings nur wenige Originalkarten, was sicherlich auch daran lag, dass Augsburg zur damaligen Zeit weder Universität noch mathematisch-naturwissenschaftliches Umfeld besaß. Viele seiner Karten sind vielmehr buchstäblich von den Vorlagen anderer Kartographen „abgekupfert“, also Kopien. Allenfalls das in Kartuschen und Rahmen angebrachte schmückende Beiwerk mit Menschen, Fauna und Flora wich von den Vorlagen ab. Seutter hat seine Karten hauptsächlich selber graviert; für die künstlerische Ausschmückung wurden Augsburger Künstler wie Martin Gottfried Crophius, Melchior Rhein oder Gottfried Rogg herangezogen. In Seutters Werkstatt entstanden ca. 500 Karten. Die bekanntesten Werke Seutters sind: „Atlas Geographicus oder Accurate Vorstellung der ganzen Welt“ aus dem Jahre 1725 mit 46 Karten, ein „Grosser Atlas“ aus dem Jahre 1734 mit 131 Karten und ein Taschenatlas „Atlas minor“ aus dem Jahre 1744 mit 64 Karten.

Wie vor ihm bereits Homann, so erhielt auch Seutter von Kaiser Karl VI. den schönen, faktisch freilich bedeutungslosen Titel „Sacrae Caesareae Maiestatis Geographus“, d.h. kaiserlicher Geograph (im Jahr 1731; auf den Karten abgekürzt „S.C.Maj. Geogr“ oder „SCMG“).

Seutters Sohn Albrecht Karl (1722-1762) führte nach Seutters Tod im Jahr 1757 zusammen mit Seutters Schwiegersohn Conrad Tobias Lotter (1717-1777) und dem langjährigen Mitarbeiter Johann Michael Probst († 1809) die Firma weiter, überlebte den Vater aber nur um 5 Jahre. Danach wurde der Verlag zwischen Lotter und Probst geteilt; Lotter ersetzte auf dem 1762 erworbenen Kartenbestand kurzerhand Seutters Namen durch den eigenen.

(Wikipedia)