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Bouttats, Gaspar : Dänemark - Fionia (um 1670)

 

Original altkolorierter Kupferstich von Gaspar Bouttats aus der “Historia di Leopoldo Cesare” von Galeazzo Gualdo Priorato:, Bd 1, erschienen bei Giovanni Battista Hacque in Wien, um 1670.

Das Blatt zeigt einen Ausschnitt von Dänemark. Das Gebiet erstreckt sich von Jütland über die Inseln Fünen, Alsen, Langeland, Lolland, Falster bis zur Südspitze von Seeland.

Das Kartenbild entspricht sehr der Fionia-Karte aus dem Mercator-Hondius Atlas von 1606. Dort sind die Küstenlinien deutlich feiner gezeichnet, bei der vorliegenden Karte ist insbesondere Seeland grober und massiger dargestellt. D ie genaue Darstellung der Geografie trat für den Kartenkünstler offensichtlich in den Hintergrund, denn das wesentliche Thema der Karte ist ein Historisches: der Zug eines schwedischen Heeres durch Dänemark.

Thema der Karte also ist der (siegreiche) Zug eines schwedischen Heeres gegen die Dänen. Der schwedische König führt das Heer von Jütland nach Varburg auf Seeland. Die sieben Stationen dieses Zuges sind in der Legende bezeichnet (Ausschnitt 5):

A. Esercito del Re' di Suetia in ordinanza per passar in Fionia. ( Das Heer des Königs abmarschbereit nach Fünen)
B. Fattione appreso d'Ivernis con la rotta de Dannesi.
C. H. Re', che vittorioso entra in Odensee.
(Der König zieht siegreich in Odense ein)
D. Marchia dell' esercito Suezzese per passar il Gran Belt
(Marsch des schwedischen Heeres zum Überqueren des Großen Belt)
E. Truppe che pssano nell' Isola di Langelant.
(Die Truppen beim Übersetzen auf die Insel Langeland)
F. Ingresso nell' Isola di Lalandt
(Landung auf der Insel Lolland)
G. Arrivo dell' esercito a' Varburg in Zelanda
(Eintreffen des Heeres in Varburg auf Seeland)

Dieser Feldzug könnte Teil des Torstenssonkrieges (1643 - 1645) gewesen sein.

In der unteren rechten Ecke der Darstellung ist das Monogramm G.B. (siehe unten Ausschnitt 1) zu erkennen.

Vgl.
Keuning, Johannes: The History of an Atlas: Mercator. Hondius. In: Imago Mundi, Vol. 4. (1947), S. 43, Nr. 96

 

Angaben zur Landkarte im Überblick:

Verleger / Kupferstecher: Bouttats, Gaspar *1640-1695* ; Hacque, Gio. Battista ; Priorato, Galeazzo Gualdo

Maßstab : [Ca. 1:400.000]

Erschienen: [Wien] : [Gio. Battista Hacque], [1670]

Anmerkungen : Original Kupferstich

Größe der Abbildung : 45 x 35 cm

Größe des Blattes: 47 x 38.5 cm

Zustand : gut

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Vergrößerung - Rückseite - Darstellung in höherer Auflösung

Detaillierte Ausschnitte

A. Esercito del Re' di Suetia in ordinanza per passar in Fionia.
B. Fattione appreso d'Ivernis con la rotta de Dannesi.
C. H. Re', che vittorioso entra in Odensee.
D. Marchia dell' esercito Suezzese per passar il Gran Belt und E. Truppe che pssano nell' Isola di Langelant.
F. Ingresso nell' Isola di Lalandt und G. Arrivo dell' esercito a' Varburg in Zelanda.

 

Angaben zum Kupferstecher / Verleger:

Gaspar Bouttats (* 1640 in Antwerpen; † 1695/1696) war ein niederländischer Radierer, Kupferstecher und Zeichner.

Sohn und Schüler von Frederik Bouttats dem Älteren, Bruder von Frederik, dem Jüngeren, Gerard, Jakob und Filibert.
1668-1669 Meister und 1690-1691 Dekan der St.-Lukas-Gilde.
Er schuf vor allem historische Ansichten und Porträts.

 

Angaben zum Kupferstecher / Verleger:

Galeazzo Gualdo (* 23. Juli 1608 in Vicenza; † 1678 in Vicenza; eigentlich Galeazzo Conte Gualdo Priorato) war ein italienischer Söldner, Historiker, Geograph und Diplomat.

Galeazzo Gualdo entstammte einem alten italienischen Grafengeschlecht. Nach einer langen militärischen Laufbahn verfasste er zahlreiche Geschichtswerke über europäische Herrscher und Städte. Er schrieb unter anderem die Geschichte der Kaiser Ferdinand III. und Leopold I. sowie die erste Biographie Wallensteins.

Galeazzo Gualdo schlug zunächst eine militärische Laufbahn ein. Bereits mit 15 Jahren trat er in den Dienst Friedrich Heinrichs von Oranien und wechselte während des Achtzigjährigen und Dreißigjährigen Krieges mehrfach seinen Dienstherrn. Er kämpfte dadurch sowohl auf protestantischer als auch auf katholischer Seite. 1625 reiste er im Dienste des Grafen Peter Ernst II. von Mansfeld zur Anwerbung neuer Truppen nach England. Nach der vernichtenden Niederlage Mansfelds am 25. April 1626 in Dessau durch das Heer Wallensteins kehrte Galeazzo Gualdo in die Niederlande zurück. Unterwegs entging er bei einem Schiffbruch nur knapp dem Tod. Wieder in niederländischem Dienst, nahm er zwischen 1627 und 1628 an der Belagerung von La Rochelle teil. 1637 begleitete er eine von Prinz Moritz von Nassau entsandte Expedition zur Eroberung portugiesischer Handelsniederlassungen entlang der afrikanischen Küste. Danach hielt er sich eine Zeit lang bei seinem Vater in Italien auf, bis er diesmal in den Dienst Wallensteins trat. 1643 führte er als Oberst ein Kürassierregiment der venezianischen Truppen an. Zu Beginn der Friedensverhandlungen im Juni 1645, die schließlich zum Westfälischen Frieden führten, trat Galeazzo Gualdo in den Dienst des Herzogs Maximilian I. von Bayern. Aber bereits am 3. August 1645 wurden dessen Truppen in der Schlacht bei Alerheim vernichtend geschlagen. Galeazzo Gualdo kehrte darauf hin nach Italien zurück und beendete damit seine Militärische Laufbahn.

In der Folge verlegte Galeazzo Gualdo seine Tätigkeit auf historische Studien und die Diplomatie. 1652 wurde er nach Vincennes in Frankreich gerufen, um dort eine Historie über Kardinal Jules Mazarin zu verfassen. Während seines Aufenthalts in Vincennes wurde ihm die Würde eines Ritters vom Michaelsorden verliehen. 1656 hielt er sich wieder in Rom auf, wo er den Titel eines Nobilis romanis verliehen bekam. In dieser Zeit trat er als Kammerherr in Rom in den Dienst der Königin Christine von Schweden. In dieser Eigenschaft unternahm er 1659 eine erneute Reise nach Frankreich und 1664 nach Regensburg. Noch im selben Jahr wurde er kaiserlicher Rat und Historiograph im Dienste Kaiser Leopold I. Er kehrte in seine Geburtsstadt Vicenza zurück, wo er bis zu seinem Tod blieb. Dort verfasste er seine Historie über Leopold I.

(Wikipedia)