Dahlberg, Erik Jönsson : Nordischer Krieg - Fünen (1697)

 

Prachtvoller Kupferstich von Erik Jönsson Graf Dahlberg, gestochen von Willem Swidde, aus der berühmten Chronik von Samuel von Pufendorf "Sieben Buecher Von denen Thaten Carl Gustavs Koenigs in Schweden" [De rebus a Carolo Gustavo Sveciae Rege gestis commentatorium libri septem], N. 99, verlegt bei Riegel in Nürnberg im Jahre 1697.

Er zeigt eine Schlachtszene aus dem Nordischen Krieg um die Insel Fünen bei Middelfart und Kolding.

1655 -1660 (Erster) Nordischer Krieg: Er zeigt die Grenzen der schwedischen Macht und die Stärke des französischen Einflusses. Nach der Abdankung Königin Christines zugunsten ihres Vetters Karl Gustav von Pfalz-Zweibrücken regiert dieser als Karl X. Gustav Wasa. - Um Schwedens Stellung an der baltischen Küste auszubauen, greift er (1655) Polen an und siegt bei Warschau (1656). Daraufhin wird der Krieg zum Kampf einer Koalition aus Russland, Österreich, den Generalstaaten und Dänemark zur Rettung Polens und Niederringung Schwedens. Die Schweden werden aus Polen verdrängt, Dänemark jedoch muss im Frieden von Roskilde (1658) auf seine südschwedischen Besitzungen verzichten.
1659 Schweden unterliegt auf der dänischen Insel Fünen dem von der holländischen Flotte herbeigeschafften Heer der Verbündeten.

Der sehr detailreiche Stich zeigt Truppenstellungen und Flottenverbände der Schweden und der Koalition. (Siehe hierzu den detaillierten Ausschnitt der Schlacht weiter unten).

Titelkartusche oben links "Accurata delineatio oppugnatae a foederatis, Caesareis, Polonicis, Danicis, et Brandeburgicis copiis sub-ductu Seren. Electoris Brandeburgici Fioniae, mense Iunio Anno 1659 et à Suecis Strenuè defensae cum clade repulsis hastibus : [Koldingfjord] / Dahlbergh delin. W. Swidde Sculp.".

Unten rechts Legende von A - M.

Der Kupferstich hat einen dekorativen, verzierten Rahmen.

Unten rechts unterhalb des Rahmens die Seitenangabe N. 99 (Zählung der Chronik Pufendorfs).

Vgl.
Coleman Phillipson, Samuel Pufendorf. In: Journal of the Society of Comparative Legislation, New Ser., Vol. 12, No. 2. (1912), pp. 233-265.

 

Angaben zur Landkarte im Überblick:

Verleger / Kupferstecher: Riegel, Christoph ; Dahlbergh, Erik Jönsson ; von Pufendorf, Samuel ; Swidde, Willem

Maßstab :

Erschienen: Holmiae//Stockholm [erschienen: Nürnberg] : [Christoph Riegel], 1690 [erschienen 1697]

Anmerkungen : Original Kupferstich

Größe der Abbildung : 31 x 24,5 cm

Größe des Blattes: 43 x 36 cm

Zustand : sehr gut und sehr dekorativ

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Vergrößerung - Rückseite - Darstellung in höherer Auflösung

Detaillierter Ausschnitt der Schlacht

Angaben zum Kupferstecher / Verleger:

 

Erik Jonsson Graf von Dahlberg (* 10. Oktober 1625 in Stockholm, † 16. Januar 1703 in Stockholm) war ein schwedischer Feldmarschall.

Er fungierte seit 1646 als Kammerschreiber bei der pommerschen Kammer und wurde 1647 mit Untersuchung sämtlicher schwedischer Festungen in Pommern, Brandenburg, Mecklenburg, Bremen und Westfalen beauftragt. Als Ingenieur bei der schwedischen Armee legte er neue Festungswerke bei Thorn an und zeichnete sich sowohl in dem polnischen als in dem folgenden Krieg mit Dänemark so aus, dass er 1660 die Stelle eines Oberstleutnants und das Adelsdiplom erhielt und rasch zu höhern Würden stieg.

Er wurde 1693 schwedischer Reichsgraf, Feldmarschall und Generalgouverneur von Bremen und Verden und 1696 von Livland. 1700 verteidigte er Riga gegen die Sachsen, trat 1702, als Karl XII. gegen seinen Willen Polen angriff, zurück und starb am 16. Januar 1703 in Stockholm. Wegen seiner Verdienste um Verbesserung des Festungsbaues in Schweden wurde er der Vauban Schwedens genannt.

Sein Hauptwerk: "Suecia antiqua et hodierna" (Stockholm 1693 - 1714), 3 Bände, 354 Kupferstiche auf 321 teils gefalteten Tafeln, 13 Seiten Register; erst ab 1772 als Nachdrucke im Handel; Seltenes und prachtvolles Ansichtenwerk von Schwedens Städten, Häfen, Schlössern, bemerkenswerten Gebäuden, aber auch altnordischen Stätten und Denkmälern aus Schweden und Finnland. Dieses Werk gilt als ein Denkmal für die ehrgeizigen Bauprojekte der Krone und des Adels nach den großen Kriegen. In den Darstellungen einzelner Bauwerke und Gärten folgt er französischen und niederländischen Mustern, während die Stadtansichten dem Vorbild Merians verpflichtet sind.

(Wikipedia)

Angaben zum Kupferstecher / Verleger:

Samuel Freiherr von Pufendorf (* 8. Januar 1632 in Dorfchemnitz, Kursachsen; † 26. Oktober 1694 in Berlin)
war ein deutscher Naturrechtsphilosoph, Historiker sowie Natur- und Völkerrechtslehrer.

Die Chronik, aus welcher der vorliegende Kupferstich stammt, zählt zu Pufendorfs bedeutendsten historischen Schriften, geschätzt auch wegen seines Stils und seiner zuverlässigen Auswertung archivarischer Quellen.

Pufendorf war Sohn des lutherischen Pastors Esaias Elias Pufendörfer und dessen Ehefrau Margarete Hickmann. Seine Brüder waren Jeremias Pufendorf und Esaias von Pufendorf.

Er besuchte 1645 bis 1650 die Fürstenschule Grimma. 1650 begann Pufendorf auf Wunsch seines Vaters in Leipzig Theologie zu studieren; wechselte aber bald zur Rechtswissenschaft. 1656 ging Pufendorf an die Universität Jena, wo er hauptsächlich durch Erhard Weigel beeinflusst wurde. 1658 beendete Pufendorf sein Studium mit dem Titel eines Magisters.

Noch im selben Jahr bekam Pufendorf eine Stelle als Hauslehrer beim schwedischen Gesandten in Kopenhagen und geriet dort im schwedisch-dänischen Krieg in achtmonatige Gefangenschaft. 1659 folgte er dem schwedischen Gesandten nach Den Haag.

1661 berief ihn der pfälzische Kurfürst Karl Ludwig nach Heidelberg, wo er in seiner ersten Professur am für ihn neue eingerichteten Lehrstuhl Natur- und Völkerrecht lehrte. 1668 ging er nach Lund in Schweden. 1672 erschien sein lateinisch verfasstes Hauptwerk De jure naturae et gentium libro octo, das 1711 in deutscher Übersetzung unter dem Titel Acht Bücher von Natur und Völkerrecht veröffentlicht wurde. 1677 wechselte Pufendorf nach Stockholm. Der schwedische König ernannte ihn zum Hofhistoriographen, zum Geheimen Rat und Staatssekretär. Da der Lutheraner Pufendorf sich für religiöse Toleranz sowie für die wissenschaftliche Trennung von Theologie und Philosophie aussprache, war er zunehmenden Anfeindungen ausgesetzt. Deshalb wechselte er 1688 nach Berlin an den brandenburgischen Hof, wo er gleichfalls Hofhistoriograph und Geheimer Rat wurde. 1694 wurde er von Karl XI. von Schweden in den Freiherrenstand erhoben.

Im Alter von 62 Jahren starb Samuel von Pufendorf am 26. Oktober 1694 in Berlin. Er wurde nahe dem Altar der Nikolaikirche beigesetzt.

(Wikipedia)