L'Isle , Guillaume de ; Cóvens ; Mortier : Carte Des Courones Du Nord (um 1730)

 

Original Kupferstich von Guillaume de L'Isle, verlegt bei Johannes Cóvens und Corneille Mortier in Amsterdam um 1730.

Karte Skandinaviens mit Teilen Norwegens, Schwedens, Finnlands und Russlands. Der nördliche Teil der zweiteiligen Skandinavienkarte von Delisle.

Titelkartusche oben links "Carte Des Courones Du Nord : Qui Comprend les Royaumes de Danemark, Suede, & Norwege, &c. ; Avec Privil. / Par Guillaume de l'Isle"

Nebentitel über der Karte : "Téatre de la Guerre Des Courones Du Nord : Qui Comprend les Royaumes de Danemark, Suede, & Norwege, &c."

Meilenanzeiger auf dem südlichen Blatt dieser zweiteiligen Karte (Lieues de Suede, Lieues d'Allemagne et de Danemark).

Nullmeridian: Ferro. - Mit Suchnetz.

Vgl.
Marco van Egmond, The Secrets of a Long Life: The Dutch Firm of Covens & Mortier (1685-1866) and Their Copper Plates. In Imago Mundi, Vol. 54, 2002 (2002), S. 67-86 (zu dieser Karte dort S. 72-73 und Appendix, Map 11)

Eine ausführliche Besprechung des südlichen Blattes der Karte findet man bei
Sammet, Gerald (Hrsg.): Die Welt der Karten. Historische und moderne Kartografie im Dialog. Bertelsmann Lexikon Institut, Gütersloh / München 2008, S. 72-73

 

Angaben zur Landkarte im Überblick:

Verleger / Kupferstecher: L'Isle, Guillaume de *1675-1726* ; Cóvens, Johannes ; Mortier, Corneille

Maßstab : [Ca. 1:2.600.000]

Erschienen: Amsterdam : Iean Cóvens et Corneille Mortier, [ca. 1730]

Anmerkungen : Original Kupferstich

Größe der Abbildung : 61,3 x 41,3 cm

Größe des Blattes: 68,3 x 56,9 cm

Zustand : sehr gut

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Vergrößerung - Rückseite - Darstellung in höherer Auflösung

Ausschnitt West ---- Titel ---- Ausschnitt Ost

Angaben zum Kupferstecher / Verleger:

Guillaume Delisle (auch de L'Isle) , (* 28. Februar 1675 in Paris; † 25. Januar 1726 ebenda), war ein französischer Kartograph.

1702 wurde er Mitglied der Pariser Académie des sciences, erhielt dazu den Titel eines königlichen Geographen und von Ludwig XIV. den Auftrag, seinen Urenkel (späterer König Ludwig XV.) in der Erdkunde zu unterrichten. Im Auftrag Peters den Großen lieferte er eine große Karte des Kaspischen Meers, dessen wahre Lage und Gestalt erst dadurch bekannt wurde. Delisle war der erste, der eine wissenschaftlich vergleichende Geographie anbahnte, indem er bei seinen Werken auch Reiseberichte und die Werke von Naturforschern benutzte. Er gab zahlreiche Landkarten heraus, die sich durch Eleganz und Schärfe von den früheren Karten unterschieden.

Sein Vater Claude Delisle (1644-1720) war ebenfalls ein Kartograph, Historiker und Geograph. Sein Bruder Joseph Nicolas Delisle (1688-1768) war ein bekannter Astronom. Sein jüngster Bruder Louis De l'Isle de la Croyère (1690-1741) war ebenfalls Astronom und Teilnehmer der von Vitus Bering geleiteten Großen Nordischen Expedition.

Angaben zum Kupferstecher / Verleger:

Pieter (Pierre) Mortier (1661 - 1711) , Kartenverleger in Amsterdam

Über Mortiers Herkunft und Alter besteht keine Gewißheit. Seit 1685 war er als Graveur und Kartenhändler in Amsterdam "op de Vijgendam" tätig. 1690 wurde ihm die Genehmigung erteilt, Karten der Franzosen Sanson und Jaillot herauszugeben. 1693 erhielt er das Privileg für einen "Seeatlas über die ganze Welt", der eine erweiterte und verbesserte Ausgabe des "Neptune francois" darstellte. Er brachte ferner den Kriegsatlas von de Fer und den Atlas nouveau von de Wit (1702 und 1703) in Neuauflagen heraus. 1705 erschien ein "Atlas antiquus" in 3 Teilen mit 89 Karten, "so er aus anderen gesammelet, und alle selbst gestochen". So Zedler, der dazu bemerkt, dass der berühmte Johann Clerc die Karten in Ordnung gebracht und über 2000 Fehler darin geändert habe. 1706 übernahm er die Offizin de Wits.
Sein Unternehmen bestand nach 1730 unter der Firma Covens und Mortier fort.

(Hans Harms)

Jean (Johannes) Covens und Corneille (Cornelius) Mortier waren Schwager, die das 1685 von Pierre Mortier in Amsterdam begründete Verlagshaus weiterführten und es Covens & Mortier nannten.
Als Pierre Mortier 1711 verstarb, führte seine Witwe die Geschäfte weiter, bis auch sie 1719 verstarb. Corneille Mortier erbte als Sohn das Unternehmen. 1721 begründete er mit Jean Covens eine Partnerschaft, nachdem dieser seine Schwester, Agatha Mortier, geheiratet hatte. Im gleichen Jahr erwarben Covens & Mortier das niederländische Verlagshaus de Wit.
Covens & Mortier trugen viel zum Erfolg der französischen Verleger und der Verlagerung der Kartenherstellung Anfang des 18. Jahrhunderts von den Niederlanden nach Frankreich bei. Covens & Mortier verlegten Werke von Nicolas Sanson (1600-1667), Alexis-Hubert Jaillot (1632-1712) und Guillaume de l'Isle (1675-1726), aber auch späten niederländischen Meisterkartographen, wie Frederik De Wit und Hugo Allard (1620-1684), und natürlich Pierre Mortier selbst.

(Wikipedia)