Blaeu, Willem Janszoon : Das Wiflispvrgergow / Gerardo Mercatore Auctore (1634)

 

Original Kupferstich von Gerhard Mercator bei Blaeu aus dem Jahre 1634.

Zur Datierung vgl. Keuning Nr. 143. Die Karte erschien erstmals im Jahre 1634 in der deutschen Ausgabe des Blaeu-Atlas.

Zeigt die Westschweiz. Die Karte wird begrenzt durch Bieler See, Thuner See, Genfer See und Haute Joux. Der Kartenmittelpunkt liegt bei Gruyeres.

Oben links dekorative Titelkartusche mit Girlanden " Das Wiflispvrgergow / Gerardo Mercatore Auctore ".

Darunter der Meilenanzeiger (Miliaria Germanica communia ; Miliare Helveticum).

Unten rechts Signatur des Verlegers " Guiljel. Blaeu excudit ".

Auf der Rückseite die Seite 57 der deutschen Ausgabe des Atlanten von Blaeu mit der Überschrift "Wifflisburgergow" mit hübschem Initial "D".

"Der Pagus Aventicus, oder Wifflisburgergow hat seinen Namen vom Städtlein Wifflisburg / welches zu Julii Caesaris zeiten ist das Haupt des ganzen Schweitzerlandis gewesen / und Aventicum genannt worden. Es ligt zwischen den Gräntzen Saphoyen und ist der Berner und Freyburger Gebiet unterworfen / wie auch das Landt jenseit dem Bieler und Newburgersee. An Wein unnd Getreyd ist es ein fruchtbar Landt. Die Hauptstadt des ersten Gebiets ist Bern / welche von Jahren nicht sehr alt / aber an gelegenheit des orths / höfflichkeit und Sitten der Inwohner / Recht und Gesetz / Gewalt und allen Tugenden also beschaffen / daß sie hierinnen schier alle andere Städt obertrifft. "

Vgl.
Van der Krogt, Peter (Hrsg.): Atlas Maior, Taschen, Köln 2005, (Nachdruck eines Originalexemplars der Österreichischen Nationalbibliothek, Wien. S. 388-393
J. Keuning, The History of an Atlas: Mercator. Hondius. In: Imago Mundi, Vol. 4. (1947), pp. 37-62, Nr. 15
Johannes Keuning, Blaeu's „Atlas“; In: Imago Mundi, Vol. 14. (1959), pp. 74-89; hier: S. 79, Nr. 143

Einen nahezu vollständigen Band I des Atlas Maior (1662) "Europa-Germania-Germania Inferior" von Joan Blaeu findet man online bei der Bibliothek der University of California, Los Angeles (UCLA) im JPG-Format (150 dpi) http://www.library.ucla.edu/yrl/reference/maps/blaeu/index.htm#

 

Angaben zur Landkarte im Überblick:

Verleger / Kupferstecher: Blaeu, Willem Janszoon *1571-1638* ; Mercator, Gerhard *1512-1594*

Maßstab : [Ca. 1:340.000]

Erschienen: Amsterdami//Amsterdam : Guilielmus Blaeu, [1634]

Anmerkungen : Original Kupferstich

Größe der Abbildung : 50 x 38 cm

Größe des Blattes: 61 x 51 cm

Zustand : sehr gut

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Vergrößerung - Rückseite - Darstellung in höherer Auflösung

Angaben zum Kupferstecher / Verleger:

Willem Janszoon Blaeu (* 1571 in Alkmaar, Niederlande; † 1638 in Amsterdam; auch: Willem Jansz, Guilielmus Janssonius, Willems Jans Zoon, Guilielmus oder G. Blaeu) war ein niederländischer Kartograph.

Blaeu wurde 1571 in Alkmaar geboren. Von 1594 bis 1596 lernte er die Astronomie und Kartographie bei Tycho Brahe. 1600 entdeckte er den veränderlichen Stern P Cygni. Um 1603 ließ er sich in Amsterdam nieder, wo er anfing, Erdgloben anzufertigen. Schon bald stellte er auch Land- und Seekarten her, darunter 1605 eine Weltkarte. Im Jahr 1633 ernannte ihn die Niederländische Ostindien-Kompanie (VOC) zu ihrem offiziellen Kartographen. Er starb 1638 in Amsterdam.

Sein Sohn Joan Blaeu (1596–1673) setzte seinen Betrieb fort. Sein 1662 erstmalig erschienener elfbändiger Atlas Maior gehörte zu den aufwendigsten und teuersten europäischen Kartenwerken des 17. Jahrhunderts.

Nach der Vernichtung der Werkstatt im Amsterdamer Brand von 1672 und dem Tode Joan Blaeus im darauffolgenden Jahr wurde der von Willem Blaeu gegründete Verlag 1698 schließlich aufgelöst.

Willem Janszoon Blaeu ist nicht mit dem holländischen Seefahrer Willem Janszoon zu verwechseln, der zur selben Zeit lebte.

(Wikipedia)

 

Angaben zum Kupferstecher / Verleger:

Gerhard Mercator (eigentlich Gerard De Kremer, latinisiert: Gerardus Mercator) (* 5. März 1512 in Rupelmonde, Flandern; † 2. Dezember 1594 in Duisburg) war ein Mathematiker und Kartograf, der schon zu Lebzeiten als der Ptolemäus seiner Zeit angesehen wurde.

Mercator sah sich selbst mehr als wissenschaftlichen Kosmografen, und nicht als jemand, der seinen Lebensunterhalt mit der Herstellung und dem Verkauf von Karten verdienen musste. Seine Produktion war nicht gerade sehr umfangreich: Wir kennen nur ein Globen-Paar, fünf Wandkarten und eine unvollendete Kosmographie. Die meisten seiner Werke sind heute in der Schatzkammer des Kultur- und Stadthistorischen Museum der Stadt Duisburg ausgestellt.

Mercator lebte seit 1552 in Duisburg. Er schuf die erste Europakarte (1562) und das erste Kartensammelwerk, den Atlas ("Atlas sive Cosmographicae Meditationes de Fabrica Mundi et Fabricati Figura", 1595).

Die neue Universität in Duisburg, heute Universität Duisburg-Essen, war bis zur Fusion mit der Universität Essen nach dem Kartografen Gerhard-Mercator-Universität benannt. Zu der am Campus Duisburg bestehenden Mercator School of Management passt der Name besonders gut, weil Mercator auf Latein Kaufmann bedeutet. Des Weiteren sind ein Duisburger Gymnasium, ein Veranstaltungs- und Kongresszentrum (Mercatorhalle), ein Einkaufszentrum in Duisburg-Meiderich sowie ein Moerser Berufskolleg nach ihm benannt, ebenso die südliche Ringstraße Mercatorstraße/Kremerstraße in der Duisburger Innenstadt.