Blaeu: Saltzburg Archiepiscopatus, et Carinthia Ducatus (1635)

 

Original Kupferstich von Gerhard Mercator bei Blaeu aus dem Jahre 1635.

Zur Datierung vgl. Keuning Nr. 135. Die Karte erschien erstmals im Jahre 1634 in der deutschen Ausgabe des Blaeu-Atlas.

Die dekorative Landkarte in herrlichem Altkolorit zeigt das Herzogtum Kärnten und das Erzbistum Salzburg in Österreich.

Die Karte erstreckt sich von Kufstein im Tirol im Westen bis Völkermarkt in Kärnten im Südosten, sowie von Wasserburg in Bayern im Norden bis zu den Karawanken im Süden mit einem kleinen Teil von Italien, Brunico/Bruneck und Dobbiaco/Toblach. Sehr detailiert mit zahlreichen Städten und Dörfern, Flüssen, Brücken, Seen, Bergen, Tälern und Wäldern eingezeichnet. Viele Orte sind mit altem Namen wiedergegeben wie Kuffstain (Kufstein) oder Berchtoldsgaden (Berchtesgaden).
Zeigt unter anderem Salzburg, Wörgl, Lienz im Osttirol, Villach, Gurk, St. Veit, die Kärnter Seen, Salzburger Seen, den Chiemsee usw...

Prächtig dargestellte Berge und Seen! Sehr dekorativ!

Über der Karte Titelkopfleiste "Saltzburg Archiepiscopatus, et Carinthia Ducatus / Auct. Ger. Mercatore".

Oben rechts von Putten gehaltene Wappen der beiden Herrschaftsgebiete.

Meilenzeiger unten rechts (Milliaria Germanica communia). Rechts daneben Druckvermerk "Amsterdami Apud Guilielmus Blaeu".

Auf der Rückseite die Seite 56 der lateinischen Ausgabe des Atlanten von Blaeu mit der Überschrift "Saliburgensis Episcopatus " mit hübschem Initial "I" und daneben "Carinthia Ducatus " mit hübschem Initial "C".

"Diese Stadt liegt in einem nördlichen Land jenseits der Donau in den Alpen, ist mit starken Mauern, Türmen und Bastionen befestigt und mit schönen und prachtvollen öffentlichen und privaten Gebäuden geschmückt. Ihre weitläufuge und herrliche Festung erhebt sich auf der Vorderseite eines Berges."

Vgl.
Van der Krogt, Peter (Hrsg.): Atlas Maior, Taschen, Köln 2005, (Nachdruck eines Originalexemplars der Österreichischen Nationalbibliothek, Wien. S. 160
Johannes Keuning, Blaeu's „Atlas“; In: Imago Mundi, Vol. 14. (1959), pp. 74-89; hier: S. 79, Nr. 135

Einen nahezu vollständigen Band I des Atlas Maior (1662) "Europa-Germania-Germania Inferior" von Joan Blaeu findet man online bei der Bibliothek der University of California, Los Angeles (UCLA) im JPG-Format (150 dpi) http://www.library.ucla.edu/yrl/reference/maps/blaeu/index.htm#

 

Angaben zur Landkarte im Überblick:

Verleger / Kupferstecher: Blaeu, Willem Janszoon *1571-1638* ; Mercator, Gerhard *1512-1594*

Maßstab : [Ca. 1:500.000]

Erschienen: Amsterdami//Amsterdam : Guilielmus Blaeu, [1635]

Anmerkungen : Original Kupferstich

Größe der Abbildung : 48 x 36,5 cm

Größe des Blattes: 63,5 x 54 cm

Zustand : sehr gut und dekorativ

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Vergrößerung - Rückseite - Darstellung in höherer Auflösung

Angaben zum Kupferstecher / Verleger:

Willem Janszoon Blaeu (* 1571 in Alkmaar, Niederlande; † 1638 in Amsterdam; auch: Willem Jansz, Guilielmus Janssonius, Willems Jans Zoon, Guilielmus oder G. Blaeu) war ein niederländischer Kartograph.

Blaeu wurde 1571 in Alkmaar geboren. Von 1594 bis 1596 lernte er die Astronomie und Kartographie bei Tycho Brahe. 1600 entdeckte er den veränderlichen Stern P Cygni. Um 1603 ließ er sich in Amsterdam nieder, wo er anfing, Erdgloben anzufertigen. Schon bald stellte er auch Land- und Seekarten her, darunter 1605 eine Weltkarte. Im Jahr 1633 ernannte ihn die Niederländische Ostindien-Kompanie (VOC) zu ihrem offiziellen Kartographen. Er starb 1638 in Amsterdam.

Sein Sohn Joan Blaeu (1596–1673) setzte seinen Betrieb fort. Sein 1662 erstmalig erschienener elfbändiger Atlas Maior gehörte zu den aufwendigsten und teuersten europäischen Kartenwerken des 17. Jahrhunderts.

Nach der Vernichtung der Werkstatt im Amsterdamer Brand von 1672 und dem Tode Joan Blaeus im darauffolgenden Jahr wurde der von Willem Blaeu gegründete Verlag 1698 schließlich aufgelöst.

Willem Janszoon Blaeu ist nicht mit dem holländischen Seefahrer Willem Janszoon zu verwechseln, der zur selben Zeit lebte.

(Wikipedia)