Homann , Johann Baptist : Ducatûs Stiriae (1729)

 

Original Kupferstich von Johann Baptist Homann nach Georg Matthäus Vischer aus dem Jahre 1729.

Zur Datierung der Karte vgl. Sandler, S. 9 Nr. 67. Hierbei ist das Druckprivileg zu beachten.

Die schöne Karte zeigt die Steiermark sowie Teile von Kärnten (Wolfsberg, St. Paul, Friesach, Gurk, Klagenfurt) und Niederösterreich (Gebiet um Wiener Neustadt, Semmering, Aspang, Kirchschlag).

Rechts die Titelkartusche "Ducatûs Stiriae Novissima Tabula : ex ampliore mappa olim R. Dni. Georgii Matth. Vischer S. C. M. Leopoldi I. Glorssae. Memae. Geographi deducta, et in hac utiliore forma Curiosorum oculis exhibita / à Ioh. Bapti. Hommano", darunter die Ansicht von Graz aus der Vogelschau (ca. 9 x 12 cm) "Grätz die Haubt Statt des gantzen Hertzogthums".

Links unten eine allegorische Darstellung des Bergbaues.

Rechts unten eine allegorische Darstellung des Acker- und Weinbaues, daneben eine Legende, darunter der Meilenanzeiger (Gemeine Deutsche Meilen).

Mit Druckprivileg, das kaiserliche Druckprivileg erhielt der Verlag Homann erstmals am 14. Juni 1729.

Zum Druckprivileg vgl. Diefenbacher, S. 261.

Vgl.
SANDLER, C., Johann Baptista Homann, die Homännischen Erben, Matthaeus Seutter und ihre Landkarten. Beiträge zur Geschichte der Kartographie, S. 9 Nr. 67
Markus Heinz, A Research Paper on the Copper-Plates of the Maps of J. B. Homann's First World Atlas (1707) and a Method for Identifying Different Copper-Plates of Identical-Looking Maps. In: Imago Mundi, Vol. 45. (1993), pp. 45-58
Markus Heinz, A Programme for Map Publishing: The Homann Firm in the Eighteenth Century. In: Imago Mundi, Vol. 49. (1997), pp. 104-115.
Diefenbacher / Heinz / Bach/ Bach-Damaskinos (Hrsg.), "auserlesene und allerneueste Landkarten". Der Verlag Homann in Nürnberg 1702-1848. Stadtarchiv Nürnberg. Stadtmuseum Fembohaus. Nürnberg 2002.

 

Angaben zur Landkarte im Überblick:

Verleger / Kupferstecher: Homann, Johann Baptist

Maßstab : [Ca. 1:460.000]

Erschienen: Noribergae//Nürnberg, s.a. [zwischen 1729 u. 1750]

Anmerkungen : Original Kupferstich

Größe der Abbildung : 55 x 47 cm

Größe des Blattes: 65 x 53,5 cm

Zustand : sehr gut und dekorativ

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Vergrößerung - Rückseite - Darstellung in höherer Auflösung

 

Angaben zum Kupferstecher / Verleger:

Vischer, Georg Matthäus (* 22. 4. 1628 Wenns ( Tirol ), +  13. 12. 1696 Linz ( Oberösterreich )), Topograph, Geistlicher. Pfarrer in Leonstein ( Oberösterreich ) und Wien.

Schuf im Auftrag der Stände Kartenwerke und zeichnete dafür über 1000 Ansichten von Städten, Burgen, Schlössern und Klöstern in Niederösterreich , Oberösterreich , der Steiermark , Mähren und Ungarn; vielfach deren älteste bildliche Darstellung.

Werke: Topographie von Niederösterreich , aufgenommen 1670/71, 507 Kupferstiche, 1672; Topographie von Oberösterreich , aufgenommen 1667/68, 222 Kupferstiche, 1669-74; Topographie der Steiermark , aufgenommen ab 1673, vermutlich 500 Kupferstiche, bis 1696. - Weitere Arbeiten: Herrschaft Salzburg , 1662; Karte von Niederösterreich , 1670; Abriß der Wieselburger Gespannschaft, 1672; Große Ansicht von Stift Admont, 1674; Ansicht von Wien, 1675; Langansicht von Graz, 1675; Grenze zwischen Steiermark und Salzburg bei Mandling, 1677; Karte der Steiermark , aufgenommen 1673-75, Kupferstich 1678; Landgericht Stift Kremsmünster, 1678; 4 Viertelkarten von Niederösterreich (erarbeitet 1669/70, Neudruck 1695-97).

Literatur: A. L. Schuller, in: G. M. Vischer , Topographia archiducatus Austriae inferioris modernae, Neuausgabe, 1976.

 

 

Angaben zum Kupferstecher / Verleger:

Johann Baptist Homann (* 20. März 1664 in Oberkammlach, heute Teil von Kammlach im Landkreis Unterallgäu; † 1. Juli 1724 in Nürnberg) war ein deutscher Kartograph, Verleger und Kupferstecher.

Das Geburtsdatum von Johann Baptist Homann war lange Zeit nicht sicher zu ermitteln. Eine jüngst aufgefundene amtliche Bestätigung, die sein Vater eingeholt hatte, fand sich jüngst im Staatsarchiv Nürnberg. Damit ist das Geburtsdatum 20. März 1664 eindeutig belegt. Homann wurde zunächst in einer Jesuitenschule erzogen, trat aber dann zum Protestantismus über und wurde 1687 Notar in Nürnberg. Bald jedoch wandte er sich dem Kupfer- und Landkartenstich zu.

Im Jahr 1702 gründete er einen Handel und einen Verlag für Kartographie in Nürnberg, der zahlreiche Globen und Karten publizierte. Homann lieferte etwa 200 Karten, darunter den Großen Atlas über die ganze Welt in 126 Blättern (1716) und den Atlas methodicus (1719) in 18 Blättern. Bekannt wurde seine Phantasiekarte accurata tabulae utopiae vom Schlaraffenland nach der fiktiven Reisebeschreibung Johann Andreas Schnebelin. Daneben fertigte er auch Armillarsphären und andere mechanische Kunstwerke.

Homann unterbot die Preise der holländischen und französischen Verleger und wurde im Deutschland des 18. Jahrhunderts der bedeutendste Herausgeber von Landkarten und Atlanten. Seine Karten waren mit reichem künstlerischem Beiwerk sowie historischen und ethnographischen Abbildungen ausgestattet.

Im Jahr 1715 wurde Homann zum Mitglied der Königlichen Akademie der Wissenschaften zu Berlin gewählt und auch zum kaiserlichen Geographen am Hof Karls VI. ernannt.

Er arbeitete sehr eng mit dem schon damals bekannten Nürnberger Kupferstecher Christoph Weigel (1654-1725) zusammen.

Johann Baptist Homann starb am 1. Juli 1724. Sein Unternehmen ging auf seinen Sohn Johann Christoph Homann (1703-1730) über. Er setzte seine beiden Geschäftsführer, Johann Georg Ebersberger (oder Ebersperger) und Johann Michael Franz zu Erben der Handlung ein. Nach seinem Tod wurde das Unternehmen unter dem Namen „Homannsche Erben“ fortgeführt und erlosch erst 1848 mit dem Tod des letzten Besitzers Christoph Franz Fembo.

(Wikipedia)