Ortelius , Abraham : Calais , Boulogne und Vermandois (1609)

 

Original Kupferstich aus dem "Theatrum Orbis Terrarum" von Abraham Ortelius aus dem Jahre 1609.

Zur Datierung vgl. Marcel van den Broecke Nr. 45, a und b / 1609/1612L31 - lateinische Ausgabe.

Das Blatt in schönen Altkolorit zeigt Calais, die Grafschaft Boulogne und die Vermandois. Zwei Karten auf einem Blatt.

Calais und die Grafschaft Boulogne
Die Karte wurde nach einer Vorlage von Nicolas de Nicolay gefertigt. Die vierteilige Vorlage erschien 1558 in Paris .

Sie zeigt das Gebiet um Calais und die Grafschaft Boulogne mit der Atlantikküste von Gravelines (westlich von Dünkirchen) bis Étaples.

Renaissance-Titelkartusche "Caletensium Et Bononiensium Ditionis Accurata Delineatio" unten links, Maßstabskartusche oben links (Scala leucarum Gallicarum). Unten rechts Autorenvermerk "Descripta & edita a Nicolao Nicolai Delphinate Parisijs 1558 ; cum previligio".

Vermandois
Die Vorlage zu dieser Karte stammt von Jean Surhon.

Die Vermandois liegt in der Picardie im Norden Frankreichs im Dreieck Paris, Reims und Lille. Die Landschaft wird geprägt durch die Flüsse Oise und Somme. Im Mittelpunkt der Karte liegt das Städtchen St. Quentin. Das Gebiet wird im Norden begrenzt durch die Grafschaften Artois und Cambrai, im Süden durch die Picardie.

Titelkartusche oben rechts "Veromanduorum Eorumque Confinium Exactissima Descript[io]". Darin der Hinweis auf den Kartografen "Iohanne Surhonio Auctore . ".

Maßstabskartusche (Scala leucarum) unten rechts.

Erläuterungen auf der Rückseite "Caletes et Bononsienses" mit hübschem Initial "D".

Vgl.
Marcel van den Broecke Nr.45, a und b / 1609/1612L31 - lateinische Ausgabe. Von diesem Blatt wurden nur 300 Exemplare gefertigt!
MEURER, PETER H., Fontes cartographici Orteliani, das Theatrum orbis terrarum von Abraham Ortelius und seine Kartenquellen. Zugl.: Berlin, Freie Univ., Diss. Weinheim 1991.

Die vollständige Erstausgabe (1570) des Theatrum Orbis Terrarum von Abraham Ortelius findet man bei der Library of Congress (Washington  D.C.)
http://lcweb2.loc.gov/ammem/gmdhtml/gnrlort.html

 

Angaben zur Landkarte im Überblick:

Verleger / Kupferstecher: Ortelius, Abraham *1528 -1598* ; Nicolay, Nicolas de *1517-1583* ; Surhon, Jean de *1550-1560*

Maßstab : [Ca. 1:200.000]

Erschienen: [Antwerpen] : [Ioannes Bapt. Vrintius], 1609

Anmerkungen : Original Kupferstich

Größe der Abbildung : 23,5 x 33,7 cm (Caletensium )
21,5 x 33,7 cm (Veromanduorum )

Größe des Blattes: Zwei Karten auf einem Blatt
Blattgröße: 58,5 x 47 cm

Zustand : gut

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Vergrößerung - Rückseite - Darstellung in höherer Auflösung

Ausschnitt Calais , Boulogne ----------------------------------- Ausschnitt Vermandois

Angaben zum Kupferstecher / Verleger:

Abraham Ortelius - 1528-1598

Abraham Ortel, besser unter dem Namen Abraham Ortelius bekannt, veröffentlichte den ersten Weltatlas, den Theatrum Orbis Terrarum. Er war ein riesiger Erfolg.

Abraham Ortelius wurde in Antwerpen geboren. Ortelius war die lateinische Version seines richtigen Namens Ortel. Ortelius, beziehungsweise Ortel hatte Griechisch, Latein und Mathematik studiert. In Antwerpen etablierte er sich bald als Buchhändler und Kartograph. Sein grosser Erfolg wurde der Theatrum Orbis Terrarum. Dies war vermutlich die erste Sammlung von Landkarten in Buchform - 20 Jahre bevor Mercator seinen Weltatlas herausgab. Im Jahr 1570, als die erste Ausgabe von Theatrum Orbis Terrarum erschien, war das Wort Atlas noch nicht in Gebrauch. Der Grafiker für den Atlas war übrigens Frans Hogenberg.
Der Theatrum Orbis Terrarum war so erfolgreich, dass er allein im ersten Jahr des Erscheinens 4 mal neu aufgelegt werden musste. Insgesamt wurde der Atlas zwischen 1570 und 1612 in 42 Ausgaben und in 7 Sprachen veröffentlicht - Latein, deutsch, höllandisch, französisch, spanisch, englisch und italienisch. Ein enormer Erfolg für einen Kartographen des 16. Jahrhunderts ! Abraham Ortelius war auch der erste, der die Referenzen für seine Landkarten angab indem er den Kartographen erwähnte. Das Verlegen von Landkarten war damals im grossen und ganzen ein dreistes gegenseitiges Kopieren.

Die späteren Ausgaben nach 1598 wurden von Jan Baptiste Vrients verlegt. Er hatte die Rechte nach dem Tod von Abraham Ortelius von dessen Erben erworben.