Blaeu: Lionnois, Forest, Beaviolois Et Masconnois (1663)


Original Kupferstich aus dem "Atlas Maior " von Joan Blaeu aus dem Jahre 1663.

Zur Datierung vgl. Keuning Nr. 166. Die Karte erschien erstmals in der deutschen Ausgabe des Blaeu-Atlanten im Jahre 1634. Das vorliegende Blatt aus der französischen Ausgabe von 1663 (vgl. Moreland, Bannister S. 108).

Die westorientierte Karte Frankreichs aus der Zeit Ludwigs XIV. zeigt die Grafschaften Lyon , Forez , Mâcon und die Herrschaft Beaujeu (Beaujolais) und angrenzende Gebiete. Das Gebiet wird im Osten begrenzt durch die nach Süden zum Mittelmeer fließende Rhône mit Vienne, Lyon und Macon. In der Bildmitte die nach Norden zum Atlantik fließende Loire zwischen St. Rambert und Bourbon-Lancy. Im Westen Thiers.
Obwohl das Maconnais im Titel genannt wird, bietet die Karte lediglich detaillierte Informationen zu den drei anderen Gebieten.

Oben links kolorierte, von zwei Putten gehaltene Titelkartusche "Lionnois, Forest, Beaviolois Et Masconnois", daneben das Wappen des Königreichs Frankreich " Fleur-de-Lys " (hier mit roten Lilien) mit goldener Königskrone.

Unten links figürlicher Meilenanzeiger (Milliaria Gallica communia).

Rechts unten Verlegeradresse " G. Blaeu excud. " .

Auf der Rückseite französischer Text unter der Überschrift "Description dv Beavvaisis " mit hübschem Initial "L".

„Der Reichtum von Forez beruht hauptsächlich auf dem Fleiß der Einwohner von Saint Etienne, die sich auf Eisenbearbeitung aller Art verstehen, über das Wasser zum Ablöschen und über genügend Steinkohle zum Schmieden verfügen. Man stellt hier alle möglichen Waffen her, Arkebusen, Musketen. Pistolen, Schwerter und so weiter sowie alle Arten von Eisenobjekten."

Vgl.
Johannes Keuning, Blaeu's „Atlas“; In: Imago Mundi, Vol. 14. (1959), pp. 74-89.
Moreland, Carl; Bannister, David: Antique Maps, Phaidon Inc Ltd, 1993 http://www.antiquemaps.co.uk/book/introduction.asp
Van der Krogt, Peter (Hrsg.): Atlas Maior, Taschen, Köln 2005, S. 300 - 361 (Nachdruck eines Originalexemplars der Österreichischen Nationalbibliothek, Wien)
Van der Krogt, Peter (Hrsg.): Atlas Maior - Gallia, Taschen, Köln 2006, S. 137 - 139 (Nachdruck eines Originalexemplars der Österreichischen Nationalbibliothek, Wien)

Einen nahezu vollständigen Band I des Atlas Maior (1662) "Europa-Germania-Germania Inferior" von Joan Blaeu findet man online bei der Bibliothek der University of California, Los Angeles (UCLA) im JPG-Format (150 dpi) http://www.library.ucla.edu/yrl/reference/maps/blaeu/index.htm#

 

Angaben zur Landkarte im Überblick:

Verleger / Kupferstecher: Blaeu, Joan *1596-1673* ; Blaeu, Willem Janszoon *1571-1638*

Maßstab : [Ca. 1:220.000]

Erschienen: [Amsterdam] : [Ioannes Blaeu], [1663]

Anmerkungen : Original Kupferstich

Größe der Abbildung : 49 x 38 cm

Größe des Blattes: 60 x 51 cm

Zustand : sehr gut

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Vergrößerung - Rückseite - Darstellung in höherer Auflösung

Angaben zum Kupferstecher / Verleger:

Willem Janszoon Blaeu (* 1571 in Alkmaar, Niederlande; † 1638 in Amsterdam; auch: Willem Jansz, Guilielmus Janssonius, Willems Jans Zoon, Guilielmus oder G. Blaeu) war ein niederländischer Kartograph.

Blaeu wurde 1571 in Alkmaar geboren. Von 1594 bis 1596 lernte er die Astronomie und Kartographie bei Tycho Brahe. 1600 entdeckte er den veränderlichen Stern P Cygni. Um 1603 ließ er sich in Amsterdam nieder, wo er anfing, Erdgloben anzufertigen. Schon bald stellte er auch Land- und Seekarten her, darunter 1605 eine Weltkarte. Im Jahr 1633 ernannte ihn die Niederländische Ostindien-Kompanie (VOC) zu ihrem offiziellen Kartographen. Er starb 1638 in Amsterdam.

Sein Sohn Joan Blaeu (1596–1673) setzte seinen Betrieb fort. Sein 1662 erstmalig erschienener elfbändiger Atlas Maior gehörte zu den aufwendigsten und teuersten europäischen Kartenwerken des 17. Jahrhunderts.

Nach der Vernichtung der Werkstatt im Amsterdamer Brand von 1672 und dem Tode Joan Blaeus im darauffolgenden Jahr wurde der von Willem Blaeu gegründete Verlag 1698 schließlich aufgelöst.

Willem Janszoon Blaeu ist nicht mit dem holländischen Seefahrer Willem Janszoon zu verwechseln, der zur selben Zeit lebte.

(Wikipedia)