Blaeu: Vermandois , Cappelle (1663)


Original Kupferstich aus dem "Atlas Maior " von Joan Blaeu aus dem Jahre 1663.

Zur Datierung vgl. Keuning Nr. 86 und Nr. 87. Die Karte erschien erstmals im Appendix 1631. Das vorliegende Blatt aus der französischen Ausgabe von 1663 (vgl. Moreland, Bannister S. 108).

Zwei Karten Frankreichs aus der Zeit Ludwigs XIV. auf einem Blatt.

Links die Grafschaft Vermandois in der Picardie . Die Grafschaft im Norden Frankreichs liegt im Dreieck Paris, Reims und Lille. Die Landschaft wird geprägt durch die Flüsse Oise und Somme. Im Mittelpunkt der Karte liegt das Städtchen St. Quentin. Das Gebiet wird im Norden begrenzt durch die Grafschaften Artois und Cambrai, im Süden durch die Picardie.
Die Karte stammt von Jean Surhon.
Oben rechts Titelkartusche "Descriptio Veromanduorum Gallice Vermandois / Auctore Ioanne Suthonio".
Unten rechts Meilenanzeiger (Milliaria Gallica) in figürlicher Darstellung (Landvermesser).

Rechts die Herrschaft Cappelle. Die Herrschaft liegt nahe der Grafschaft Vermandois im Norden Frankreichs. Im Zentrum der Karte die Oise, im Norden La Cappelle. Das Gebiet wird im Westen begrenzt durch die Picardie.
Die Karte stammt von dem Bourbonen Pierre Petit.
Oben rechts Titelkartusche "Gouvernement de la Cappelle / par P. petit Bourbon". Oben links die Legende. Unten mittig Meilenanzeiger (Milliaria Gallica) . Unten rechts Verlegeradresse "Amsterdami Apud Guiljelmum et Joannem Blaeuw".

Auf der Rückseite französischer Text unter der Überschrift "Vermandois, et Cappelle." mit hübschem Initial "L".

„Das Vermandois ist unbestreitbar ein Teil der Picardie und hat seinen alten Namen Veromandui bewahrt. Lange Zeit herrschten hier Fürsten, die zu den 'Nachkommen Karls des Großen zahlten. Die Thiérache ist ein kleines Land, das an Luxemburg grenzt, doch ebenfalls zur Picardie gehört. Seine Hauptstadt ist La Cappelle-en-Thiérache, ein Städtchen, das von mehreren Armen der Oise durchflossen wird."

Vgl.
Johannes Keuning, Blaeu's „Atlas“; In: Imago Mundi, Vol. 14. (1959), pp. 74-89.
Moreland, Carl; Bannister, David: Antique Maps, Phaidon Inc Ltd, 1993 http://www.antiquemaps.co.uk/book/introduction.asp
Van der Krogt, Peter (Hrsg.): Atlas Maior, Taschen, Köln 2005, S. 316 - 317 (Nachdruck eines Originalexemplars der Österreichischen Nationalbibliothek, Wien)
Van der Krogt, Peter (Hrsg.): Atlas Maior - Gallia, Taschen, Köln 2006, S. 71 - 73 (Nachdruck eines Originalexemplars der Österreichischen Nationalbibliothek, Wien)

Einen nahezu vollständigen Band I des Atlas Maior (1662) "Europa-Germania-Germania Inferior" von Joan Blaeu findet man online bei der Bibliothek der University of California, Los Angeles (UCLA) im JPG-Format (150 dpi) http://www.library.ucla.edu/yrl/reference/maps/blaeu/index.htm#

 

Angaben zur Landkarte im Überblick:

Verleger / Kupferstecher: Blaeu, Joan *1596-1673* ; Blaeu, Willem Janszoon *1571-1638*

Maßstab : [Ca. 1:200.000 (Vermandois)]
[Ca. 1:390.000 (Cappelle)

Erschienen: [Amsterdam] : [Ioannes Blaeu], [1663]

Anmerkungen : Original Kupferstich

Größe der Abbildung : : je 25 x 39 cm (Vermandois und Cappelle)}

Größe des Blattes: 59,5 x 51 cm

Zustand : sehr gut

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Vergrößerung - Rückseite - Darstellung in höherer Auflösung

Ausschnitt Vermandois ------------------------------ Ausschnitt Cappelle

Angaben zum Kupferstecher / Verleger:

Willem Janszoon Blaeu (* 1571 in Alkmaar, Niederlande; † 1638 in Amsterdam; auch: Willem Jansz, Guilielmus Janssonius, Willems Jans Zoon, Guilielmus oder G. Blaeu) war ein niederländischer Kartograph.

Blaeu wurde 1571 in Alkmaar geboren. Von 1594 bis 1596 lernte er die Astronomie und Kartographie bei Tycho Brahe. 1600 entdeckte er den veränderlichen Stern P Cygni. Um 1603 ließ er sich in Amsterdam nieder, wo er anfing, Erdgloben anzufertigen. Schon bald stellte er auch Land- und Seekarten her, darunter 1605 eine Weltkarte. Im Jahr 1633 ernannte ihn die Niederländische Ostindien-Kompanie (VOC) zu ihrem offiziellen Kartographen. Er starb 1638 in Amsterdam.

Sein Sohn Joan Blaeu (1596–1673) setzte seinen Betrieb fort. Sein 1662 erstmalig erschienener elfbändiger Atlas Maior gehörte zu den aufwendigsten und teuersten europäischen Kartenwerken des 17. Jahrhunderts.

Nach der Vernichtung der Werkstatt im Amsterdamer Brand von 1672 und dem Tode Joan Blaeus im darauffolgenden Jahr wurde der von Willem Blaeu gegründete Verlag 1698 schließlich aufgelöst.

Willem Janszoon Blaeu ist nicht mit dem holländischen Seefahrer Willem Janszoon zu verwechseln, der zur selben Zeit lebte.

(Wikipedia)